Das California Institute of Technology hat einen neuen Rekord in Sachen Datenübertragung aufgestellt.
Den Forschern ist es gelungen, auf der SuperComputing-2011-Messe eine Transferrate von insgesamt 186 Gigabit pro Sekunde (Gbps) zu erreichen. Dies entspricht mit über 23 Gigabyte in der Sekunde nicht nur dem ungefähren Inhalt einer Single-Layer-Blu-ray-Disc, sondern übertrifft auch den alten Rekord von 2009 um mehr als die Hälfte.
Am Versuch beteiligt waren Hochenergie-Physiker und Netzwerktechniker verschiedener Institute, inklusive dem Kernforschungszentrum CERN. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen helfen, die rasant ansteigenden Datenmengen auch in Zukunft zu bewältigen.Die nächste Generation der Netzwerktechnologie wird, so das Caltech in einer Aussendung, in einigen Jahren in die Massenproduktion gehen und Geschwindigkeiten zwischen 40 Gbps und 100 Gbps ermöglichen.
Professor Harvey Newman, der das High-Energy-Physics-Team leitete, sieht das erfolgreiche Experiment als Zukunftsversprechen. Über einen 100-Gbps-Chipschaltkreis, der von Canadas Advanced Research and Innovation Network und dem Nonprofit-IT-Dienstleister BCNET gestellt wurde, erreichte man zwischen den Servern des University of Victoria Computing Centre und dem Washington State Convention Centre in Seattle eine Transferrate von 98 Gbps in eine Richtung. Gleichzeitig schossen am anderen Ende der Leitung 88 Gbps durch die Leitung, woraus sich ein Gesamtdurchsatz von 186 Gbps ergibt. Bereits 2009 hatten die Wissenschaftler einen Rekord aufgestellt, der bei 119 Gbps lag. Der nun erreichte Höchstwert schlägt diesen um mehr als 56 Prozent.
Technologische Fortschritte wie diese sind nicht nur wichtig für die Zukunft der privaten Vernetzung. Insbesondere die Forschung profitiert davon. Allein der Teilchenbeschleuniger LHC spuckt Unmengen an Messdaten aus, die übertragen und analysiert werden müssen. Der bisherige Output, der bei mehr als 100 Petabytes und damit über vier Millionen Blu-ray-Discs, liegt, nahm bislang die Kapazitäten von etwa 300 Speicher- und Serverzentren in Forschungseinrichtungen auf der ganzen Welt in Anspruch. Der Informationsausstoß dürfte mit steigender Nutzungsfrequenz des gigantischen Forschungsgeräts in Zukunft dramatisch zunehmen.
Schnelle Datenübertragung erleichtert zudem die globale Kollaboration. Wissenschaftlern überall zu ermöglichen, mit LHC-Daten zu arbeiten, sei eine der wichtigsten Schritte, um die besten Köpfe der Welt gemeinsam die Mysterien unseres Universums erforschen zu lassen, so David Foster, Leiter des IT-Teams im CERN. -sad-
Quelle: pressetext.redaktion / G. Pichler

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