Die Nanotech Security Corp. und die I|D|M Corp. haben eine Möglichkeit entwickelt, wichtige Dokumente und Geldscheine mit neuen Sicherheitsmerkmalen auszustatten, die extrem fälschungssicher sein sollen.
Dazu bedienen sie sich eines Vorbildes aus der Natur, um mittels Nanotechnologie Oberflächen so zu verändern, dass es bei bestimmten Wellenlängen zu optischen Resonanzen kommt. Hinter der Entwicklung stehen Erkenntnisse im Bereich der Plasmonik; sie ist ein Zufallsprodukt, das im Rahmen der Erforschung von effizienteren Solarzellen seinen Ursprung fand.
Stefan Rotter vom Institut für Theoretische Physik der Technischen Universität Wien erklärt das Phänomen wie folgt: Elektronen an der Oberfläche eines Metalls können durch Licht in Schwingungen versetzt werden. Im Speziellen geht es nun darum, über die Strukturierung der Oberfläche bestimmte Wellenlängen anzuregen, je nach gewünschter Farbe. Diese Wellen werden in der Physik Oberflächenplasmonen genannt. Auf diesem Prinzip beruht auch das Nano-Optic Technology for Enhanced Security-Verfahren (N.O.t.E.S.). Hierbei werden ebenfalls Löcher unterschiedlicher Beschaffenheit in eine Oberfläche gestempelt. Diese weisen einen Durchmesser zwischen 100 Nanometer und 200 Nanometer auf. Das Verfahren soll das Licht ausschließlich über die Beschaffenheit der Oberfläche resonieren lassen, die mit Hilfe der Löcher strukturiert wird. Ein Metall als Unterlage ist nach Angaben der Nanotech Corp. nicht erforderlich.
Die Inspiration aus der Wildnis ist der Morpho rhetenor, ein Schmetterling, der in den Regenwäldern Süd- und Mittelamerikas beheimatet ist. Das Tier, das eine Flügelspannweite von bis zu 17 Zentimeter erreicht, ist besonders bekannt für seine strahlend blaue Färbung. Diese, so erklärt Nanotechnologie-Experte Joachim Krenn von der Universität Graz, beruhe auf
der Oberflächenstruktur der Flügelhaut. Der Morpho verfüge über eine besondere, dreidimensionale Struktur, die es möglich mache, dass aus jedem Betrachtungswinkel nur der Blauanteil des Lichts resoniert werde, während man bei normalen Gittern stets verschiedene Farben wahrnehme. Diesen Effekt nun künstlich erzielen zu können, eröffnet zahlreiche Anwendungsfelder für den Einsatz der Technologie, darunter auch im Bereich der Fälschungssicherung. Laut Angaben von Nanotech Security lassen sich nach ihrem Verfahren sogar fertig gedruckte Geldscheine, Dokumente oder gar unübliche Ziele wie Tabletten über einen entsprechenden Stempel mit beliebig konfigurierbaren Nano-Wasserzeichen ausstatten.
Ist es den Kanadiern mit N.O.t.E.S. tatsächlich gelungen, die Eigenschaften der Morpho-Flügel zu imitieren, so wäre das laut Krenn durchaus als Durchbruch zu betrachten. Dazu muss sich das Verfahren in der Praxis allerdings erst beweisen. Auf dem Feld gibt es weltweit zahlreiche Mitspieler, die um den technologischen Vorsprung konkurrieren. Im Bereich der Fälschungssicherheit sieht der Wissenschaftler ein großes Potenzial für die Nanotechnologie. Normale Hologramme können mittlerweile billig nachgebaut werden. Dies ist bei Strukturen im Bereich von unter 100 Nanometern wesentlich schwieriger. -sad-
Quelle: pressetext.redaktion / G. Pichler

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