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Firmenpräsentation Fa. Hattler & Sohn GmbH

Informationen und Veröffentlichungen der Fa. Hattler & Sohn GmbH, Villingen-Schwenningen

 

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Bericht über die Firma Hattler & Sohn GmbH in Villingen-Schwenningen



Firmengelände der Hattler & Sohn GmbH

Junge Unternehmer zeichnen sich oftmals durch Dynamik, Tatendrang und bei ihren Entscheidungsfindungen durch eine angemessene Risikobereitschaft aus. Daß diese Attribute und unternehmerischer Weitblick auch in der Galvanobranche zu finden sind, hat die Hattler & Sohn GmbH in Villingen-Schwenningen in den letzten 10 Jahren unter Beweis gestellt. So wurde seit Übernahme der alleinigen Firmenleitung durch den jungen und innovativen Kurt Hattler der bestehende Betrieb von Grund auf modernisiert und sehr viel Engagement und Geld in den Umweltschutz und die Qualitätslenkung investiert. Seither hat sich das Unternehmen auch in der schwierigen konjunkturellen Situation der letzten Jahre überaus positiv entwickelt.

 

Mehr als 75 Jahre
in der Oberflächentechnik tätig

In der damaligen Hochregion des Uhrenbaus wurde 1922 von Philipp Hattler eine Beizerei in der Bergstraße in Schwenningen gegründet, die vorwiegend für die Uhrenindustrie tätig war. Nach einigen Jahren wurde das Dienstleistungsprogramm auf Polieren, Brünieren und das galvanische Beschichten mit Nickel/Chrom und Edelmetallen erweitert. 1973 übernahm Kurt Hattler, der Vater des heutigen Firmeneigners, das Unternehmen. Einige Jahre später trat Kurt Hattler jun. in das Unternehmen ein, wo er die Kenntnisse des Galvaniseurhandwerks parallel zur Meisterausbildung von Grund auf erlernte und erarbeitete und 1986 die Position eines Geschäftsführers erhielt. Nach dem unerwarteten Tod von Kurt Hattler sen. 1989 übernahm Kurt Hattler jun. die alleinige Geschäftsführung.

Kurz nach Übernahme der Geschäftsleitung war sich Herr Hattler klar, daß der weitere Bestand des Unternehmens eine generelle Neugestaltung und konsequente Optimierung der Produktion erforderte. Bereits damals war auch die Verbesserung der Umweltsituation im Sinne von Vermeidung und Verminderung nach der Produktion einer der wichtigsten Punkte im Erneuerungskonzept. Eine weitere, aus heutiger Sicht äußerst vorteilhafte Änderung war, die Rolle des Unternehmers von der früher gängigen eines obersten Produktionsmitarbeiters auf die eines Organisators und Moderators zu verlegen.



Geschäftsführer Kurt Hattler

Erste Aktion des jungen Geschäftsführers war die Umrüstung der bis dahin vorhandenen Anlagentechnik. So wurden von 1989 an nach einer Erneuerung des bestehenden Firmengebäudes sukzessive die vorhanden Halbautomaten durch Vollautomaten ersetzt und gleichzeitig die neuesten Spültechniken realisiert. Der erste Vollautomat wurde 1993 in Betrieb genommen und war als dreistraßige Anlage zur Trommelbeschichtung von Zink und Nickel ausgelegt. Dem in den vergangenen Jahren häufig zu beobachtenden Trend folgend, daß der Galvaniseur auch die Beschichtung von galvanisierten Metallteilen übernehmen sollte, kam 1994 ein Pulverbeschichtungsautomat hinzu. Ein weiterer dreistraßiger Automat für die galvanische Abscheidung mit Kupfer, Bronze, Mattnickel, Glanznickel, Chrom, Glanzzinn, Glanzsilber sowie Hart- und Feingold wurde 1996 in Betrieb genommen. Abgeschlossen wurde die anlagentechnische Erweiterung schließlich 1997 mit einem Halbautomaten für Verzinken und Brünieren. Mit den neuen Anlagen wurde auch eine deutliche Verbesserung in Bezug auf Umweltschutz und Wassereinsparung erzielt. Denn trotz der wesentlichen Kapazitätserweiterung wurde der Wasserverbrauch und Abwasseranfall nicht erhöht, so daß die bestehenden Anlagen zum Wassermanagement unverändert bleiben konnten.



Gestellware aus der Chirurgie

Diese enormen Innovationen zeigten sich auch in der Erweiterung des Personals von 18 Mitarbeitern im Jahre 1989 auf etwa derzeitig 38 Festangestellte. Damit hat die Belegschaft der Hattler GmbH den höchsten Stand seit Bestehen des Unternehmens erreicht. Kurzzeitig waren in den 50er Jahren etwa 30 Mitarbeiter beschäftigt gewesen, die allerdings Großteils mit dem Polieren beschäftigt waren, das heute kaum noch von Hand ausgeführt wird.

Einen weiteren nicht alltäglichen Schritt ging Herr Hattler 1995 durch den Erwerb einer ehemaligen Betriebsgalvanik im Stadtteil Villingen. Der damalige Betreiber, ein langjähriger Kunde der Hattler GmbH, hatte geplant den Bereich Galvanotechnik zu schließen. Durch die Übernahme dieses Bereiches konnten zum einen die Fertigung für den Kunden unter der Regie der Hattler Metallveredlung fortgeführt werden, die Arbeitsplätze dort blieben erhalten und die Rentabilität der Anlage konnte durch Aufträge von außen gewährleistet bleiben.

Bereits 1996 wurde das Unternehmen Hattler & Sohn GmbH im Anschluß umfangreicher Änderungen in der Aufbau- und Ablauforganisation nach der DIN EN ISO 9002 zertifiziert. 1997 erfolgte dann die Eingliederung der gepachteten Betriebsgalvanik in das bestehende Qualitätsmanagementsystem, so daß den Kunden heute an beiden Standorten qualitätskonforme Produkte garantiert werden können.



Prüfung galvanisierter Bauteile im Rahmen der
DIN EN ISO 9002

 

Umfangreiche Bearbeitungsmöglichkeiten

Das Spektrum der Beschichtungen bei den beiden eigenständigen Firmen Hattler & Sohn und Hattler Metallveredlung ist sehr umfangreich. Dies wird nicht zuletzt auch dadurch ausgedrückt, daß derzeit über 40.000 verschiedene Artikel zum Artikelstamm zählen, wobei dekorative Teile ebenso wie funktionelle vertreten sind und etwa die Hälfte des Spektrums als wiederkehrende Teile zu bezeichnen sind. Zur Beschichtung per Trommel können Zink (einschließlich Blau- und Gelbchromatierung), Kupfer, Nickel und Messing aufgetragen werden. Für Gestellware werden neben den bereits oben genannten Verfahren die Beschichtungen Chemisch Nickel (mit etwa 11 % Phosphor), Zink (mit Gelb-, Blau-, Schwarz-, Oliv- und Transparentchromatierung), Zink- und Manganphosphatierung sowie Hartchrom angeboten. Darüber hinaus ist das Unternehmen in der Lage, Messing zu beizen (sogenanntes Gelbbrennen) und Metallfärbungen wie z. B. Altkupfer, Messing-Braun u. a. auszuführen. Abgerundet wird das Verfahrensspektrum mit dem Bläuen (Oxidation in Salzschmelze) und dem elektrostatischen Kunststoffbeschichten.



Laboruntersuchungen mittels Atomabsorptionsspektroskopie

Derzeit wird etwa 30 % des Umsatzes mit Trommelteilen erzielt, wobei die Losgrößen von der Bemusterung bis zu mittelgroßen Serien reichen. Auf die Verfahren bezogen, liegen die Anteile wie folgt: Edelmetall 10 %, Zink 25 %, Nickel/Chrom 30 %, Zinn 15 %, Messingbeizen 10 % und alle anderen Verfahren ebenfalls 10 %. Während früher überwiegend für die Uhrenindustrie gearbeitet wurde, kommt heute die Kundschaft aus den Sparten Maschinenbau, Chirurgie, Beschlagteile, Drehteile, Uhrenteile, Lebensmittelindustrie und Sanitärteile. Die Teilegröße reicht von Kleinstteilen (Durchmesser < 0,4 mm !) bis zu etwa 100 cm Länge für Trommel- und ca. 150 cm für Gestellware. Gefertigt wird seit längerem im Mehrschichtbetrieb mit zwei Meistern, einem angehenden Meister, einem Galvaniseur und einem Ingenieur. Die Auslieferung der Ware erfolgt je nach Absprache durch den eigenen Fuhrpark.



Dreistraßiger Gestellautomat

 

Nachweis der Umweltverträglichkeit

Einen weiteren Schritt vor allem zur Steigerung der Akzeptanz am Standort, aber auch zum Erhalten von Arbeitsplätzen, vollzog die Firma Hattler mit der Umsetzung der EG-Öko-Audit-VO. Zu Beginn stand auch hier die Diskussion, ob die Zertifizierung nach dem Öko-Audit positive Effekte auf die Zukunft des Unternehmens hat, oder ob es sich nicht nur um einen Kosten verursachenden Papiertiger handelt. Die Überlegungen führten dann allerdings zur Überzeugung, daß vier entscheidende Punkte für die Validierung sprechen:

- Erhöhung der Rechtssicherheit
- Erhöhte Werbewirksamkeit
- Finanzieller und technischer Vorteil durch andere Betrachtung der Prozesse
- Akzeptanz in der Bevölkerung

Vor allem der letzte Punkt hat für die Hattler & Sohn GmbH ein nicht zu unterschätzendes Gewicht, da sich das Unternehmen in einem Mischgebiet befindet.

Aufgrund der Erfahrungen beim Aufbau des Qualitätsmanagementsystems entschloß sich Herr Hattler auf die Unterstützung eines externen Beraters, der Qubus GmbH, Ludwigsburg, zurückzugreifen (siehe Bericht in der Galvanotechnik Heft 4/98, S. 1171ff.). Dem beratenden Unternehmen kamen hier vorrangig die Aufgaben zur Erarbeitung der Grundlagen und der schwierigen rechtlichen Seite zu. Die Beurteilung der internen Prozesse dagegen wurde überwiegend von den Fachkräften im Hause Hattler durchgeführt. Somit konnten die entstehenden Kosten für das Unternehmen in einem erträglichen Rahmen gehalten werden.

Nachträglich hat sich vor allem die zu Beginn des Projekts getroffene Entscheidung, als Umweltbeauftagten im Hause den Produktionsleiter zu wählen, als sehr positiv herausgestellt. Durch diese Wahl werden viele Entscheidungen zugunsten des Umweltschutzes zugleich von der produktionstechnischen Seite betrachtet und damit eine sinnvolle Abwägung getroffen. Denn trotzt einer Verbesserung des Umweltschutzes muß die Produktion Vorrang haben. Ein zweiter wichtiger Punkt ist die Einbeziehung der gesamten Belegschaft in den Umweltschutz. Können die Mitarbeiter von den Bemühungen überzeugt und für die anstehenden Maßnahmen gewonnen werden, so lassen sich die umwelttech-nischen Veränderungen wesentlich einfa-cher einführen und beibehalten. Betriebs-wirtschaftlich konnte die Firma Hattler Ein-sparungspotentiale aufzeigen und auch umsetzen. So ergaben sich beispielsweise durch eine geringfügige Erniedrigung des Nickelgehaltes einerseits eine Verminderung des Abfalls und zum anderen eine Kosteneinsparung, ohne das die Produktionsqualität verändert wurde (siehe auch den Bericht auf
Seite 3419 ff dieses Heftes).



Chemikalienlager -
sachgerechter Umgang mit Gefahrstoffen

Mitte Juli 1998 wurde die Hattler & Sohn GmbH von Herrn Dr. Adelbert Niemeyer, Gerling Cert, nach effektiv 10 Monaten Projektlaufzeit validiert. Der Ablauf der Validierung wurde von den Verantwortlichen der Fa. Hattler als überaus angenehm empfunden. Bereits im Dezember letzten Jahres informierte sich das Unternehmen bei einem Umweltseminar der ABAG über die bei der Systemprüfung zu erwartende Vorgehensweise eines Umweltgutachters. Insgesamt erweckten alle referierenden Gutachter den Eindruck, als daß die Dokumentenprüfung einschließlich der Genehmigungssituation eines Unternehmens die vorrangig zu prüfenden Bestandteile des Audits wären. Interessanterweise beschritt Herr Dr. Niemeyer jedoch einen völlig anderen Weg. Zwar wurde auch von ihm die gesamte Dokumentation auf Konformität mit der Verordnung geprüft, jedoch legte er den Hauptmerk auf die praktische Umsetzung von Gesetzen und Verordnungen. Er überzeugte sich in allen relevanten Abteilungen durch kritische, aber nicht unangemessene Betrachtungsweise von der umweltgerechten Lösung verschiedener Aufgabenstellungen. Die Fa. Hattler hatte zu jedem Zeitpunkt den Eindruck, daß die von Herrn Dr. Niemeyer angeregten Vorschläge und Anordnungen stets zum Wohl des Unternehmens und nicht etwa zur persönlichen Befriedigung unterbreitet wurden. Daß sich die Fa. Hattler gut auf das Audit vorbereitet hatte, zeigte auch der Umstand, daß von zwei angesetzten Prüfungstagen nur anderthalb Tage zur erfolgreichen
Validierung benötigt wurden.

 

Das Bestehen gesichert

Durch die engagierte und qualifizierte Erneuerung des bestehenden Betriebes ist die Firma Hattler zu einer soliden und dynamischen Unternehmung herangewachsen. Dies ist vor allem dem Geschäftsführer Kurt Hattler zuzuschreiben, der durch seine Arbeitsweise eine neue Unternehmergeneration repräsentiert. Neben seiner Qualifikation als Oberflächentechniker wirken sich seine motivierende Führungsart und die Offenheit gegenüber der Bevölkerung positiv auf das Unternehmen und die Oberflächentechnik als Ganzes aus. So organisierte er in Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen auf der letzten Südwestmesse in Villingen-Schwenningen einen Stand, der die Arbeiten der Galvanotechnik zum Mittelpunkt hatte. Hier konnte ein ausnehmend guter Zuspruch verzeichnet werden. Des weiteren ist hervorzuheben, daß die Firma Hattler seit einiger Zeit mit Erfolg einen behinderten Mitarbeiter im Bereich der Anlagenbestückung beschäftigt.

Die Kontaktaufnahme mit dem Unternehmen kann seit kurzem auch über eine eigene Homepage mit der Adresse
http://www.hattler.de
erfolgen. -M. Maiworm/hk-

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