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Dienstag, 29 November 2022 10:23

Neues Halbleiterwerk in Dresden geplant

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Geschätzte Lesezeit: 2 - 4 Minuten
Infineon plant neues ein Werk in Dresden zur Fertigung von Halbleiterchips Infineon plant neues ein Werk in Dresden zur Fertigung von Halbleiterchips Bild: Infineon

Infineon will 5 Mrd € investieren, um auf die gesteigerte Nachfrage an Halbleitern zu reagieren – wenn dies in angemessener Höhe öffentlich gefördert wird. Das künftige Zielgeschäftsmodell, das Finanzziele über den Zyklus vorgibt, begründet Infineon u.a. mit zunehmender Dynamik in den Zielmärkten Automobil-, Industrie- und IoT Anwendungen sowie erneuerbaren Energien. So wird künftig ausgehend von einem Wechselkurs des US-$ zum € von 1,00 im Mittel von einem Umsatzwachstum von mehr als 10 % anstelle von bislang 9 % + ausgegangen. Wachstumsbedingt rechnet Infineon auch mit einer deutlichen Verbesserung der Profitabilität: für die Segmentergebnis-Marge wird zukünftig ein durchschnittliches Niveau von 25 % nach bislang 19 % erwartet.

Infineon hat viel vor

Hauptfaktoren für die Ergebnissteigerung werden ein steigender Anteil von Systemlösungen, ein höherwertiger Produkt-/Technologiemix infolge von Portfolio-Management, die Ausweitung der kosteneffizienten 300-mm Fertigung sowie ein unterproportionaler Anstieg der Funktionskosten aus Digitalisierungs- und Skalierungseffekten sein. Der Konzern nimmt ein explizites Free-Cash-Flow Ziel in sein Zielgeschäftsmodell auf anstelle der bisher genannten Investitionsquote. Dabei soll der um große Investitionen in Frontend-Gebäude bereinigte Free-Cash-Flow über den Zyklus in einer Bandbreite von 10 bis 15 % vom Umsatz liegen.

Geplanter Fertigungsstandort Dresden

Um dem erwarteten Wachstum bei Analog-/Mixed-Signal und Leistungshalbleitern gerecht zu werden, plant Infineon, seine 300-mm Fertigungskapazitäten auszubauen. Geplanter Fertigungsstandort ist Dresden. Dies allerdings nach eigener Aussage nur, wenn die Investition in angemessener Höhe öffentlich gefördert wird. Die geplante Investitionssumme von 5 Mrd. € wäre die größte Einzelinvestition in der Geschichte von Infineon. Bei voller Auslastung läge das jährliche Umsatzpotenzial der geplanten Fabrik auf dem Niveau der Investition. Das neue Werk soll bis zu 1 000 neue Arbeitsplätze schaffen und könnte im Herbst 2026 produktionsbereit sein.

Geschäftsentwicklung im Jahr 2022

Im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2022 erhöhte sich der Konzernumsatz um 525 Mio. € bzw. 15 % auf 4.143 Mio. € nach 3.618 Mio. € im Vorquartal. Alle Segmente haben zu dem Umsatzwachstum beigetragen. Der Umsatzanstieg wurde unterstützt durch den im Vergleich zum Vorquartal stärkeren US-Dollar. Die bereinigte Bruttomarge erhöhte sich auf 46,3 % nach 45,4 % im Vorquartal. Das Segmentergebnis stieg im vierten Quartal auf 1.058 Mio. € nach 842 Mio. € im dritten Quartal. Die Segmentergebnis-Marge verbesserte sich auf 25,5 % nach 23,3 % im Vorquartal. Der Free-Cash-Flow verbesserte sich im vierten Quartal auf 709 Mio. € nach 440 Mio. € im Vorquartal. Der Cash-Flow aus laufender Geschäftstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten stieg auf 1.580 Mio. € nach 996 Mio. € im dritten Quartal.
Der Umsatz stieg auf 14,218 Mrd. €, das entspricht einem Zuwachs von 29 % gegenüber dem Vorjahr. Das Segmentergebnis verbesserte sich auf 3,378 Mrd. € mit einer Steigerung von 63 %. Die Segmentergebnis-Marge stieg um 23,8 % und der Free-Cash-Flow lag bei 1,648 Mrd. € (Vorjahr 1,574 Mrd. €).

Ausblick für das Geschäftsjahr 2023

Bei einem unterstellten €/US-$-Wechselkurs von 1,00 wird für das Geschäftsjahr 2023 ein Umsatz von 15,5 Mrd. € plus oder minus 500 Mio. € erwartet. Dies entspricht einem Wachstum von 9 % im Vergleich zum Vorjahr. Im Mittelpunkt der Umsatzspanne sollte die bereinigte Bruttomarge etwa 45 % und die Segmentergebnis-Marge etwa 24 % betragen.

Für das neue Geschäftsjahr sind Investitionen, vom Unternehmen definiert als Investitionen in Sachanlagen und sonstige immaterielle Vermögenswerte einschließlich aktivierter Entwicklungskosten, in Höhe von etwa 3,0 Mrd. € geplant. Schwerpunkte sind dabei der Bau des dritten, für sogenannte Verbundhalbleiter vorgesehenen Fertigungsgebäudes am Standort Kulim, Malaysia, der geplante Beginn des erwähnten Neubaus in Dresden und die Erweiterung der Kapazitäten in der Frontend-Fertigung insbesondere in Dresden und Villach (Österreich).

Die Abschreibungen sollten 2023 etwa 1,9 Mrd. € betragen. Unter Berücksichtigung der geplanten Frontend-Gebäudeerweiterungen würde der Free-Cash-Flow etwa 0,8 Mrd. € erreichen. Der bereinigte Free-Cash-Flow wird in einer Höhe von etwa 1,5 Mrd. €, bzw. etwa 10 % des prognostizierten Jahresumsatzes von 15,5 Mrd. € erwartet.

Dividendenvorschlag für das Geschäftsjahr 2022

Nachdem die Ausschüttung für das Geschäftsjahr 2021 gegenüber dem Vorjahr um 0,05 € je Aktie auf 0,27 € je Aktie erhöht wurde, ist nun geplant, der Hauptversammlung im Februar 2023 eine nochmalige Erhöhung um 0,05 € je Aktie vorzuschlagen, vor dem Hintergrund der verbesserten wirtschaftlichen Entwicklung des Unternehmens im Geschäftsjahr 2022. Sollte die Hauptversammlung dem geplanten Vorschlag zustimmen, würde die Dividendenzahlung für das vergangene Geschäftsjahr auf 0,32 € je Aktie steigen. Die voraussichtliche Ausschüttungssumme würde sich dann auf 417 Mio. € nach 351 Mio. € im Vorjahr erhöhen.

Der Vorstand von Infineon hat am 15. November 2022 zu den hier behandelten Schwerpunkten einen live Webcast für Analysten und Investoren durchgeführt. Darüber hinaus fand die Jahresbilanzpressekonferenz mit dem Vorstand statt. Die Inhalte stehen als Download auf der Website des Unternehmens zur Verfügung.

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