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Thomas Walter Jelinek: 3. September 1921 – 30. August 2019

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(Foto: Privat)
Am 30. August 2019 verstarb Thomas Walter Jelinek im hohen Alter von fast 98 Jahren – und doch völlig unerwartet. Mit ihm verliert die Branche einen ausgezeichneten Fachmann, Theoretiker und Praktiker gleichermaßen, und der Eugen G. Leuze Verlag seinen langjährigsten Mitarbeiter. Buchstäblich bis zuletzt arbeitete Jelinek mit. Er war eine lebende Enzyklopädie der Oberflächentechnik und vor allem ein Zeuge des 20. Jahrhunderts.
Thomas Walter Jelinek wurde am 3. September 1921 im Ort Käsmark (heute Kezmarok) in der deutschsprachigen Provinz Zipsin der Slowakei geboren. Auch dort waren in der damaligen Zeit
die Nachwirren und Entbehrungen des Ersten und die Vorboten des Zweiten Weltkriegs zu spüren. Zu Beginn des zweiten Weltkrieges, 1939, machte er Abitur und begann zunächst ein Studium der Medizin. Dieses musste er, aufgrund seiner mütterlicherseits jüdischen Abstammung, wieder aufgeben und durfte heimlich und nur mit Sondergenehmigung das Studium der Chemie aufnehmen und an der Deutschen Technischen Hochschule in Brünn erfolgreich beenden.
Die Beschäftigung mit der Medizin blieb stets ein heimliches Hobby von ihm, die Chemie jedoch wurde sein berufliches Lebenselixier.
Seine ersten Sporen verdiente er sich in einem Holzwerk, in dem er für die Entwicklung von Imprägniermitteln zuständig war. Dann wurde seine berufliche Laufbahn durch den Zweiten Weltkrieg unterbrochen, zu dem er einberufen wurde.
Nach dem Krieg trat er als Entwicklungschemiker in das Labor eines großen Maschinenbau-, Aluminium- und Buntmetall-Hüttenwerkes in der Slowakei ein. Über analytische und metallurgische Fragestellungen stieß er schon bald auf die Oberflächentechnik in den verschiedenen Produktionssparten des Unternehmens – als sprichwörtliches Mädchen für alles. Unter anderem gehörten zu seinen Tätigkeitsfeldern die Oberflächenbehandlung von Aluminium, das Phosphatieren zur Erleichterung des Tiefziehens, Lackierungen, die Betreuung zahlreicher galvanischer Verfahren sowie verschiedene Entfettungs- und Beizverfahren. Seine Hauptaufgabe dabei: Die hauptsächlich auf „Versuch und Irrtum“ fußenden Verfahren sollten wissen- schaftlich-technisch untermauert werden, zur Reproduzierbarkeit. 1968 war Jelinek einmal mehr nicht nur Zeuge sondern auch Beteiligter großer politischer Zeitläufte. Im Zuge des Prager Frühlings und des militärischen Eingreifens der Nachbarstaaten verließen zehntausende von Facharbeitern und Intellektuellen die Tschechoslowakei. Unter ihnen Thomas Walter Jelinek, der in Neuss bei Langbein Pfannhauser anheuerte, wo er 13 Jahre lang blieb.
1981 wurde Jelinek schließlich Redakteur bei der „Galvanotechnik“. Der Leuze Verlag hat dem Verstorbenen vieles zu verdanken. Er arbeitete auch im Ruhestand mit, brachte sich mit Ideen ein. Ich persönlich werde nicht nur seinen fachlichen Rat vermissen, sondern auch seinen trockenen Humor. Kürzlich lud er uns schon vorzeitig zu seinem 100. Geburtstag ein. Für ihn war es Spaß, ich hingegen war davon überzeugt, dass er die zwei Jahre dorthin locker schaffen würde. Denn seine Arbeit für den Verlag hat ihn geistig rege und jung gehalten. Leider habe ich mich getäuscht. Thomas Walter Jelinek starb drei Tage vor seinem 98. Geburtstag.

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