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Agritechnica 2019 – Landwirtschaft mit Hightech

Die Entwicklung der Agritechnica zeigt, dass die thematische Ausrichtung zunehmend auf die Digitalisierung und elektronik-basiertes Hightech gelegt wird. Vom 10. bis 15. November 2019 fand auf dem Messegeländer in Hannover die Agritechnica 2019 in ihrem zweijährigen Turnus statt. Die Messe ist die größte weltweit mit dem Fokus auf die Landwirtschaft. 2800 Aussteller aus 53 Ländern, weit über 400 000 Besucher mit einem hohen internationalen Anteil unterstreichen die Bedeutung der Messe in dem Sektor.
Das Special ‚Acre of Knowledge‘ zeigte eine breite Themenallianz, die den landwirtschaftlichen Betrieb von der Sensorik auf dem Acker, eine kontinuierliche Überwachung der Wachstumsfaktoren mit verteilter Sensorik (A-IoT) oder Drohnen bis hin zur Unterstützung des Ernteprozesses und dem Verkaufsablauf (Blockchain) begleitet. Während einige der Hightech-Anwendungen sich auf regulatorische Vorgaben beziehen (z. B. Düngereintrag in Abhängigkeit des tatsächlichen Bedarfs der Pflanzen), zielen andere auf die Verbesserung der Prozesse (z. B. Silageüberwachung mit Radar, Fahrwegsoptimierung mit RTK-Systemen) oder Komfort/Effizienzoptimierungen ab (autonome Roboter, automatische kartenbasierte Einstellung von Herbizidapplikation). Nicht zuletzt ist auch das Thema e-Mobility im landwirtschaftlichen Bereich angekommen. Es ist daher nicht verwunderlich, dass bei den prämierten Innovationen elektonische Systeme und Komponenten besonders erfolgreich waren – die Goldmedaille für ein e-Mobility Konzept und 16 von 39 Silbermedaillen für intelligente Systeme zur Steuerung, Überwachung und Bearbeitung der landwirtschaftlichen Flächen.
Es zeigt sich eindrucksvoll, wie der allgegenwärtige Trend zur datengetriebenen Informationsgesellschaft nicht erst seit heute auch bodenständige Branchen erschliesst und die Vorteile von Wissen um die relevanten Parameter nutzbar macht. Auch fällt auf, dass es – im Gegensatz z. B. zum Autonomen Automobil – keine Berührungsängste zum Einsatz der neuen Technologie gibt. Hier zeigt sich, dass ein gut kommunizierter, nachweislicher Vorteil sich auch unmittelbar im Anwendungserfolg niederschlägt. So sind NIR Sensoren und NMR Sensoren im Einsatz, um den Nährstoffbedarf des Bodens zu erfassen, diesen über cm-genaue Kartierungsmöglichkeiten einer Interpretation zuzuorden und damit Bepflanzungs- Düngungs- und Bewässerungsplanung zu optimieren. Satellitengestützte Informationen verbinden sich mit den lokal erfassten Messgrössen zu einer transparenten Gesamtübersicht, die den Landwirt in die Lage versetzt, gezielt zu agieren und höhere Erträge zu erzielen. Vergleichbar zu den IoT Plattformen aus der IuK Welt, entstehen ensprechende Plattformen und Ökosysteme, in die sich Sensoren einbinden und aufgewertete, interpretierte Daten extrahieren lassen.
Nichtzuletzt ist auch das eher bei Grossanlagen bekannte ‚Condition Monitoring‘ und auch das allgegenwärtige ‚Additive Manufacturing‘ einer der Themenschwerpunkte der ‚System&Components‘-Ausstellung auf der Agritechnica – die Überwachung der stark beanspruchten mechanischen und elektrischen/elektronischen Systeme und der rechtzeitige Hinweis auf Wartung oder Austausch ist für eine Branche, bei der die Funktionssicherheit der Geräte essentiell für den wirtschaftlichen Erfolg steht, ein entscheidender Vorteil der Anbieter im Markt. So werden mit den besseren Kenntnissen um Ausfallursachen und deren Vermeidung auch zunehmend ‚as a service‘-Modelle an den Nutzer herangeführt, bei denen Hersteller oder Dienstleister die Funktion kritischer Gerätschaften (z. B. Saat- und Erntemaschinen, Biogasanlagen) garantieren.
Während auf den Märkten für die hochindustrialisierten Nationen diese Form der Effizienzsteigerung dominiert, erlauben verteilte Sensornetzwerke, Satellitendaten und Pflanz/Wachstumsmodelle auch Schwellenländern, die Möglichkeiten der Digitalisierung sehr effizient zu nutzen. Neben der eigentlichen Landwirtschaft zeigt sich hier auch der Vorteil der Kommunikations- und Digitaltechnik: Erstmals sind auch kleinteiliger aufgestellte Landwirte in der Lage, blockchain-gesichert ihre Produkte über Broker auch überregional zu verkaufen.
Ebenfalls erfreulich ist die hohe Präsenz an Universitäten und Fachhochschulen, die sich neben den klassischen Agrarwissenschaften den Bereich der Digitalisierung, sensorischen Parametererfassung und KI basierter Modellbildung zu eigen gemacht haben und somit die Anwendungsnähe der sonst gern abstrakt diskutierten Technologien hands-on zeigen. Die nächste Agritechnica findet 2021 statt.

www.agrotechnica.com

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