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Dienstag, 27 Oktober 2020 15:00

Sieben Fragen an Prof. Dr. Clemens Fuest

von Redaktion
Geschätzte Lesezeit: 2 - 3 Minuten

»Positive Indikatoren weisen auf einen nachhaltigen Aufschwung hin« Der Fernsehzuschauer kennt das ifo-Institut vor allem aus den Nachrichten und in Verbindung mit dem Wortungetüm „Geschäftsklimaindex“.

Richtig. Aber wir beschäftigen uns auch mit verschiedenen Themen der Wirtschafts- und Finanzpolitik. Beispielsweise mit Steuerpolitik, Umweltpolitik, Bildungspolitik oder mit der Außenwirtschaft.

Wie viel Psychologie und wie viele harte Zahlen stecken im Geschäftsklimaindex?

Ich würde eher von Zukunftserwartungen als von Psychologie sprechen. Wir fragen die Unternehmen ja, welche Erwartungen sie für die nächsten sechs Monate haben und wie die aktuellen Geschäfte laufen. Was die aktuellen Geschäfte angeht, sind wohl harte Zahlen die Grundlage, bei den Erwartungen geht es sicher auch um Psychologie, also etwa, ob Firmen eher optimistisch oder pessimistisch sind.

Gibt es Unternehmen, die Entscheidungen auf Grundlage dieses Index treffen?

Man kann davon ausgehen, dass die Unternehmen alle für sie verfügbaren Informationen nutzen, also auch den Geschäftsklimaindex. Aber natürlich nicht nur ihn allein.

Erst eine schleppende Konjunktur, dann Corona. Musste der Lockdown wirklich sein?

Man muss unterscheiden zwischen staatlich verordneten Schließungen, Schließungen mangels Nachfrage oder freiwilligen Schließungen. Insgesamt habe ich jedoch keinen Anlass zu behaupten, die Lockdown-Maßnahmen in Deutschland wären überzogen gewesen.

Mittlerweile sendet der Geschäftsklimaindex aber wieder positive Signale aus.

Wir haben einen V-förmigen Verlauf des wirtschaftlichen Einbruchs. Zu Beginn des Lockdowns ging es steil nach unten, nach dessen Beendigung wieder steil nach oben. Wobei Sie in der Interpretation des Verlaufs vorsichtig sein müssen. Die Erholung ist wahrscheinlich nicht so gut, wie sie aussieht. Wir hatten zum Beispiel gleich nach dem Neustart im Juni gewisse Nachholeffekte. Das heißt, dass Aufträge, die vor dem Lockdown erteilt wurden danach erst bearbeitet wurden. Das zweite sind die Zukunftsprognosen und die können nur positiv ausfallen. Wer im Keller ist, für den kann es nur aufwärts gehen. Ob das auch zutrifft, werden das dritte und vierte Quartal zeigen.

Das heißt, dass sich die Frage stellt, ob der Aufschwung auch nachhaltig sein wird?

Es gibt in der Tat positive Indikatoren. Die Lkw-Fahrleistungen sind schon wieder fast so hoch wie vor dem Lockdown. Und der Stromverbrauch, der während der Coronakrise deutlich zurückgegangen war, nähert sich wieder dem Vorjahresstand an.

Geht nachhaltiger Aufschwung nicht über den Verzicht auf weitere Restriktionen?

Nein. Das belegen Zahlen aus den USA. Dort hat man Bundesstaaten mit rascher Öffnung und mit konsequenteren Maßnahmen verglichen. Man hat erwartet, dass sich die Bundesstaaten mit frühem Verzicht auf Restriktionen auch rascher erholen. Das war nicht der Fall. Die Konsumenten blieben hier wie da in ihrem Verhalten vorsichtig. Leider gibt es solche Zahlen nicht für Deutschland.

Interview: Heinz Käsinger

ZUR PERSON

Prof. Dr. Clemens Fuest ist Professor für Volkswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilian-Universität München und Präsident des ifo Instituts. In seinem neuen Buch „Wie wir unsere Wirtschaft retten“ weist er Wege aus der Krise.

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  • Ausgabe: 10
  • Jahr: 2020
  • Autoren: Redaktion

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