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Donnerstag, 14 Januar 2021 13:00

Organische Stoffe in der Oberflächentechnik

von Heinz Käsinger
Geschätzte Lesezeit: 2 - 4 Minuten
Knapp 50 Zuhörer waren  im Oktober nach Biel gekommen Knapp 50 Zuhörer waren im Oktober nach Biel gekommen

Traditionell im Frühjahr platziert, musste die technische Fachtagung der Schweizerischen Gesellschaft für Oberflächentechnik (SGO) 2020 in den Herbst verlegt werden – der Coronakrise wegen. Schauplatz war die Tissot Arena in Biel, auf der deutsch-französischen Sprachgrenze

Die Ausstellung war etwas kleiner als sonst, aber die Zahl der Zuhörer war fast gleich, wie in den Jahren davor: Knapp 50 Personen fanden im Oktober den Weg nach Biel in die Tissot- Arena. Der Charme dieser Veranstaltung liegt in ihrer Internationalität, die Besucher kommen aus dem deutschen, dem französischen und auch dem englischen Sprachraum – typisch Schweiz halt. Da wundert es nicht, dass erst der vierte Vortrag in Deutsch war.

Dr. Anna Igual Munoz (Ecole Polytechnique Fédérale de Lausanne) stellte die Herausforderungen der Entwicklung einer organisch-metallischen Schicht vor, die im täglichen Produktionsprozess jedoch mit ganz normalen Galvanikanlagen abgeschieden werden kann. Anwendungsgebiete lägen auf dem Feld der Sensorik, Elektronik, bei Solarpaneelen und in der Medizintechnik. Außerdem sei mit solchen Schichten wirksamer Korrosionsschutz möglich.

Cedric Buron arbeitet am Institut UTINAM UMR CNRS der Universität Bourgogne Franche-Compté in Besançon. Sein Schwerpunkt ist die Optimierung von Zinkschichten auf Stahl und das hat folgenden Hintergrund: Buron hält pure Zinkschichten für wenig effektiv wegen der hohen Korrosionsanfälligkeit des Zinks und die Legierung beispielsweise mit Nickel (um dies auszugleichen) für problematisch wegen des Allergiepotentials von Nickel. Im Rahmen des Projekts „Zincadher“ integriert er deshalb Polymere in eine Zinkmatrix.

Der Mensch schmiert seine technischen Gerätschaften, wo immer dies nötig ist, mit ölbasierten Schmierstoffen und minimiert so Reibung und Verschleiß. Die Natur hingegen schmiert fast nur mit Wasser. Rok Simic von der Züricher ETH hat deshalb diesen Ansatz der Natur übernommen und arbeitet an einem Hydrogel. Dazu ist es zusätzlich nötig, die betroffenen Oberflächen in einer gewissen Weise zu optimieren, indem sie strukturiert werden.

Interessante Produkte gab es in der angeschlossenen Ausstellung zu betrachtenInteressante Produkte gab es in der angeschlossenen Ausstellung zu betrachtenEine vergleichende Bewertung der tribologischen Eigenschaften von Polymerschichten stellte Tiziani Minghetti (Aalberts Surface Treatment AG, Altdorf) an. In der Studie wurden 15 verschiedene Produkte gleitaktiver Beschichtungen mit polymerischer Matrix vergleichend untersucht. Unter den Stoffen fanden sich unter anderem Substanzen wie PTFE, MoS2, Graphit usw. Darüber hinaus wurden die Substrate verschiedenen Vorbehandlungen wie reinigen, phosphatieren u. v. m. unterzogen. Der Vergleich wurde auf Standardprüfblechen aus Stahl durchgeführt. Minghetti gab einen Überblick über die durchgeführten Untersuchungen. Als Ergebnis präsentierte er die Erkenntnis, dass nicht nur die gleitaktiven Substanzen selbst, sondern auch deren Mischungsverhältnis und auch das Applikationsverfahren von großer Bedeutung sind.

Oliver Kerber von Safechem Europe, Düsseldorf, schilderte die Vorteile modifizierter Alkohole in der industriellen Teilereinigung. Sie besitzen eine hohe Lösekraft und sind für vielfältige Aufgaben einsetzbar. Leider ist es eine Tatsache, dass beispielsweise Feuchtigkeit und hohe Temperaturen die Alkohole zersetzen, was Verfärbungen, Geruchsbelästigungen und sogar Produktionsausfälle möglich macht. Kerber stellte deshalb mit dem Produkt Maxistab ein Stabilisatorsystem für Reinigungsalkohole vor.

Die Empa (Eidgenössische Materialprüfanstalt) schickte Dr. Laetitia Philippe von Dübendorf nach Biel, die über ihre Untersuchungen berichtete, organische und metallische Materialien in der Konstruktion dreidimensionaler Bauteile zu kombinieren.

Um die europäische Chemikalienverordnung REACh und deren Auswirkungen auf schweizerische Produkte ging es im Vortrag von Francisco Boo (Metalor Technologies SA, Marin-Epagnier). Die Verordnung gilt nicht in der Schweiz, sie hat jedoch weitreichende Auswirkungen auf den Zugang des Landes auf europäische Märkte.

Aurélie Borruto unterstrich in ihrem Vortrag die Wichtigkeit einer professionellen Bauteilreinigung vor der Beschichtung. Dabei spielen verschiedene Faktoren eine Rolle, zum Beispiel die Entscheidung, ob die Reinigung der Bauteile im Haus erfolgen – oder an einen professionellen Partner abgegeben werden soll. Ferner müssen Maschinen und Chemie gewisse Voraussetzungen erfüllen und, beim Einsatz der wässrigen Reinigung, muss das Prozesswasser genau definierte Eigenschaften aufweisen. Aurélie Borruto ist in der F & E-Abteilung der NGL Cleaning Technology SA in Nyon tätig.

Ebenfalls um Bauteilsauberkeit ging es im Vortrag von Simona Rohrer der RMS Foundation, Bettlach. Rohrer teilt die auftretenden Bauteilverschmutzungen in drei Kategorien ein, nämlich chemische (organische und anorganische) Verschmutzungen, biologische (Endotoxine) Verschmutzungen und partikuläre Verunreinigungen.

Schließlich ging es um Reinigungsverfahren in der Medizintechnik, wobei der Autor Alex Moser von der Amsonic AG ein Heimspiel hatte, seine Firma ist in Biel ansässig. Moser stellte drei Reinigungsverfahren vor, nämlich das mit Alkohol, die Spritzreinigung im Reinraumeinschluss und die Tauchreinigung mit Ultraschall und Vakuum. Schon in der Vorreinigung müssen die größten Mengen der Verschmutzungen abgetragen werden, um in der folgenden Feinreinigung kürzere Reinigungszyklen zu erzielen. Die Reinigung bzw. der Reinheitsgrad müssen definiert sein.

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  • Ausgabe: 12
  • Jahr: 2020
  • Autoren: Heinz Käsinger

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