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Donnerstag, 11 Februar 2021 10:59

Special PSE 2020: Plasmatechnologie für die Energiewende

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Geschätzte Lesezeit: 3 - 6 Minuten
Eines der Wahrzeichen von Erfurt ist die Krämerbrücke, die längste durchgehend mit Häusern bebaute und bewohnte Brücke Europas Eines der Wahrzeichen von Erfurt ist die Krämerbrücke, die längste durchgehend mit Häusern bebaute und bewohnte Brücke Europas

Coronabedingt zog die PSE (International Conference on Plasma Surface Engineering) im vergangenen Herbst von Garmisch nach Erfurt.

Die Konferenz

Organisiert wurde die Veranstaltung von der European Society of Thin Films (EFDS) mit Unterstützung vom European Joint Committee on Plasma and Ion Surface Engineering (EJC/PISE) und PLASMA GERMANY. Die Messe Erfurt mit ihren großzügigen, lichtdurchfluteten Räumlichkeiten war ein hervorragender alternativer Veranstaltungsort, mit strengen aber erfüllbaren Auflagen für die Sicherheit und Gesundheit der Teilnehmer. Erfurt bot alle Möglichkeiten und so war die Konferenz mit 224 Teilnehmern, 42 Ausstellern und 144 Vortragenden eine zwar kleinere, aber durchaus attraktive Schwester ihrer großen Vorgängerkonferenzen.

Die PSE war immer ein etabliertes und führendes Forum auf dem Gebiet der plasma-, ionen- und partikelstrahlunterstützten Oberflächenmodifikation und Dünnschichttechnologie. Schwerpunkt der Konferenz war dieses Jahr „Plasmatechnologie für neue Energiekonzepte“. Die Entwicklung neuer Konzepte für die Energiewende hat sich in den letzten Jahren stark beschleunigt, Forschung und Industrie sind auf diesem Gebiet sehr engagiert. Die Verringerung unseres CO2-Fußabdrucks durch z. B. neue Konzepte zur Energiespeicherung oder der Verwendung von Wasserstoff als Treibstoff stellt auch für die Plasma- und Oberflächentechnik eine Herausforderung dar. Lösungsansätze dazu wurden in vielen forschungs- und technologieorientierten Vorträgen und Postern vorgestellt und diskutiert. Schon anwendungstechnisch orientierte neue Energiekonzepte wurden separat in einem Industrieworkshop behandelt.

Aber auch die sonst sehr wichtige Themenbreite, welche die Bedeutung der Plasmaoberflächentechnik als Querschnittstechnologie für zahlreiche Anwendungsgebiete abbildet, konnte in den 17 Sessions und 144 Vorträgen der Konferenz erneut präsentiert werden. Die Beiträge reichten von den Grundlagen, wie beispielsweise Prozessmodellierung und Simulation von Plasmen oder physikalischen Eigenschaften von Dünnschichtsystemen, über neue Erkenntnisse zur Weiterentwicklung der Technologie bis hin zu Anwendungen und neuen Entwicklungen in der Wirtschaft für zahlreiche Einsatzgebiete.

Die Special PSE 2020 begann stufenweise mit Weiterbildungsangeboten in Form von drei Tutorials:

  • Tutorial 1: Fundamentals and Trends of Surface processing
  • Tutorial 2: Pulsed Plasmas and Their Applications
  • Tutorial 3: Processing of Flexible Glass – Challenges and Opportunities (SVC C -341)

Ergänzend zu den Vorträgen gab es Posterpräsentationen, die von den Teilnehmern gut besucht und als Gelegenheit zu weiterer Information und Kontaktpflege genutzt wurden.

Das diesjährige Partnerland der PSE, die Tschechische Republik, stellte sich sowohl in einer Partner Country Session als auch mit mehreren Beiträgen auf der Konferenz vor. Tschechische Forscher sind seit vielen Jahren aktiv auf dem Gebiet der Plasma- und Ionen-Oberflächenbehandlung.

Die Vorträge der Special PSE 2020 sind im Tagungsband kurz aufgelistet. An Details Interessierte werden gebeten, sich direkt an die EFDS (www.efds.org) zu wenden.

Die Eröffnung

Nachdem Prof. Dr. Christian Oehr, Vorsitzender von PLASMA GERMANY und Komiteemitglied des EJC/PISE, die Konferenz eröffnet hatte, hieß der Conference Chairman Prof. Jaroslav Vlcek die Teilnehmer willkommen. Es folgten Grußworte des Thüringischen Ministers für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft, Wolfgang Tiefensee, der seiner Freude Ausdruck gab, die traditionsreiche Konferenz in Erfurt begrüßen zu können. Der Minister schloss mit den Worten, er könne sich gut vorstellen, dass Erfurt auch in Zukunft Gastgeber der PSE-Konferenz sein könnte.

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 Bilder von oben nach unten: Posterpräsentationen ergänzten die Vorträge der Konferenz. Die ausgedehnten Hallen der Messe Erfurt boten den Teilnehmern sowohl Kontaktmöglichkeiten als auch die für Sicherheit und Gesundheit notwendigen Abstände

Abgerundet wurde die Eröffnungsveranstaltung durch den Plenarvortrag von Prof. Dr.-Ing. Tim Hosenfeldt, Schaeffler AG, Herzogenaurach, „CO2-neutral mobility as a challenge and opportunity for plasma surface technology throughout the energy chain.“ Der Vortragende lieferte einen Überblick über die möglichen Schritte in Richtung einer CO2-neutralen Mobilität, in der „Grüne Energie“ zunehmend die Rolle der bisherigen fossilen Treibstoffe übernehmen soll. Er stellte verschiedene reibungs- und verschleißmindernde Triboschichten seines Unternehmens vor, zu deren Erzeugung die Plasmaoberflächentechnik eine wichtige Rolle spielt. Am Beispiel des Ventiltriebs konnte er zeigen, dass mit diesen Beschichtungen eine deutliche Reibungsminderung und so eine beachtliche Energieeinsparung erzielt werden kann. Durch Plasmatechnologie abgeschiedene Schichten auf metallischen Bipolarplatten von Brennstoffzellen können unter anderem deren Lebensdauer erhöhen. Schaeffler hat dazu ein nanostrukturiertes Schichtsystem, in dem verschiedene Metalle, Nitride und Carbide kombiniert werden, entwickelt. Durch Plasmatechnologie abgeschiedene Schichten sind aber auch für „Grüne Energie“ liefernde Wind- energieanlagen interessant.

Weitere Highlights

42 Aussteller boten im Rahmen der Konferenz ihre Produkte und Dienstleistungen an 42 Aussteller boten im Rahmen der Konferenz ihre Produkte und Dienstleistungen an Verleihung des Rudolf-Jaeckel-Preises 2020, der von der Deutschen Vakuum-Gesellschaft DVG e.V. jährlich an herausragende Forscher auf dem Gebiet der Vakuumtechnologie vergeben wird. Gewinner war diesmal Prof. Dr. Marius Grundmann, Leiter der Halbleiterphysik am Felix-Bloch-Institut für Festkörperphysik der Universität Leipzig. Grundmann wurde ausgezeichnet für seine bahnbrechenden Arbeiten in der Entwicklung innovativer Breitband-Halbleiterstrukturen und der Erstellung von Demonstratoren elektronischer Komponenten auf Grundlage dieser Konzepte. Der Sieger informierte in seinem Vortrag „Development of Ultrawide-Gap Semiconductors and Demonstration of Devices“ über seine Arbeiten.

Vergeben wurde auch der PSE Leading Scientist Award 2020, diesmal an Prof. Allan Matthews, University of Manchester, UK. Der Vortragende berichtete im Rahmen der Preisverleihung über „Stages in the progress of plasma-assisted PVD since its discovery and challenges for coating processes in future manufacturing“. Vielversprechende Nachwuchswissenschaftler ehrte das EJC/PISE mit den PSE Early Career Awards. Drei junge Forscher aus Frankreich, dem Iran und Portugal erhielten ihre Auszeichnungen während der Award Session zum Auftakt des dritten Konferenztages.

Die großzügig bemessenen Räume des Erfurter Messezentrums boten in den Pausen während der Konferenz sowie des Welcome- und Industrial Evening den Teilnehmern trotz coronabedingter Beschränkungen viel Platz zur Kontaktpflege und -anbahnung sowie zum geselligen Beisammensein.

Dies galt auch für die Industrieausstellung, die 42 Ausstellern von vielen Firmen und Instituten die Möglichkeit gab, ihre Produkte, Dienstleistungen und neuen Entwicklungen der Branche zu präsentieren. Auch wenn nicht alle ursprünglich geplanten Aussteller anreisen konnten, erreichte die Industrieschau dennoch mit traditionellen und auch neuen Partnern eine beachtliche Größe und bildete den Querschnitt von für die Plasmatechnologie wichtigen Forschungsinstituten, Anlagenherstellern und Anwendern ab.

Das Konferenzhauptthema spiegelte sich auch im traditionellen Industrieworkshop mit Schwerpunkt „Plasma technology for new energy concepts“ wieder. Der Workshop wurde durch den Conference Co-Chairman, Dr. Jan Gerrit van der Kolk, vorbereitet und informierte darüber, welchen Beitrag Verfahren der Plasmaoberflächentechnik für neue Energiekonzepte wie Brennstoffzellen, Batterien oder die Wasserstofftechnologie liefern können. Die Vorträge behandelten unter anderem die Verminderung der Korrosionsanfälligkeit von Bipolarplatten in Brennstoffzellen durch Beschichtungen, die Vermeidung der Wasserstoffversprödung von Titanbauteilen in Elektrolysezellen oder Methoden zur Erzeugung von Wasserstoff direkt in Solarzellen.

Nächste Konferenz

Die „18th International Conference on Plasma Surface Engineering“ ist vom 5.–9. September 2022 geplant.

Weitere Informationen

  • Ausgabe: 1
  • Jahr: 2021
  • Autoren: Dr. Richard Suchentrunk

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