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Mittwoch, 17 März 2021 10:59

Im Gegenteil - Andersherum

von
Geschätzte Lesezeit: 1 - 2 Minuten

Es hat mir immer Vergnügen bereitet, Sätze umzudrehen. In der Schule gab es die Novelle „Kleider machen Leute“, dabei stellte mein Onkel Mäntel her und wusste es besser: Leute machen Kleider. Auf der Universität lernte man, dass es nicht die Geschichte ist, die Menschen macht, sondern dass es die Menschen sind, die Geschichte machen. Und als das Duo aus dem Amerikaner James Watson und dem Engländer Francis Crick die elegante Doppelhelix als Struktur der Erbmaterials vorstellten, meinte der Brite, nicht sie hätten die Doppelhelix gemacht, sondern die Doppelhelix würde umgekehrt die beiden Herren machen.

In dem Roman von Robert Musil „Der Mann ohne Eigenschaften“ sinniert die Hauptfigur über das Verhältnis von Menschen und Wahrheit nach, um zu dem Ergebnis zu kommen, dass es nicht die Menschen sind, die der Wahrheit nachstellen, sondern dass im Gegenteil die Wahrheit die Menschen vor sich her treibt. Und wenn schon die großen Themen zur Sprache kommen, kann man den Satz von Karl Marx, das Sein bestimmt das Bewusstsein, erst zitieren und dann umkehren, denn es ist eher das Bewusstsein, dass das Sein bestimmt. Der Sturm auf die Bastille hat nicht stattgefunden, weil Menschen hungerten (Sein), sondern weil eine Idee herangereift war (Bewusstsein). Wer heute über die Lage der Menschen nachdenkt, kann schon mal auf den Gedanken kommen, dass es Grenzen beim Wachstum geben muss. Doch Optimisten trauen der Wissenschaft eher zu, ein Wachstum der Grenzen zu bewerkstelligen. Und während man dies unternimmt, sollte man auf sein Handy verzichten, denn sonst kann es passieren, dass man von ihm kontrolliert wird, ohne es selbst noch unter die eigene Kontrolle zu bringen. Als ein berühmter Philosoph von einer Fakultät nicht habilitiert wurde, konnte man lesen, dass nicht der Gelehrte an der Universität, wohl aber die Universität in ihm durchgefallen ist. Es ging bei der Auseinandersetzung um die Frage, ob die Wissenschaft das Geheimnisvolle der Welt erklären kann, doch der Bewerber meinte, dass man dies umgekehrt sehen müsse. In diesem Spiel steckt natürlich eine Menge Dialektik, etwa weil nicht nur ein Knecht einen Herrn braucht, sondern weil jemand nur Herr sein kann, wenn er einen Knecht hat. Und inzwischen wissen säkularisierte Menschen, dass nicht nur Gott sie schafft, sondern sie auch ihn. Aber sie müssen aufpassen: Zwar brauchen die Menschen die Natur, aber die Natur braucht sie nicht.

Weitere Informationen

  • Ausgabe: 3
  • Jahr: 2021
  • Autoren: Ernst Peter Fischer

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