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Mittwoch, 05 Mai 2021 11:59

5 Fragen an... Andreas Moje

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Geschätzte Lesezeit: 2 - 3 Minuten

INTERVIEW: Fünf fragen an ...Andreas Moje

Er ist Automotive Manager im Zentralverband Oberflächentechnik, Hilden

Interview: Heinz Käsinger

„Galvanotechnik“: Herr Moje, geht das automobile Zeitalter zu Ende?

Andreas Moje: Auch wenn der eine oder andere das Totenglöckchen läutet, ganz so schnell wird das Auto sicher nicht verschwinden! Es ist für mich noch nicht absehbar, wann die Notwendigkeit und der Wunsch, sich individuell fortbewegen zu können, so irrelevant geworden sein soll, dass es zu einer massenhaften Abkehr vom Automobil kommt. Aber natürlich gibt es eine wachsende, insbesondere im urbanen Umfeld lebende, Gruppe von Menschen, für die das Auto schon heute keine große Rolle mehr spielt. Aber vom Ende des Zeitalters kann noch keine Rede sein.

  »Das Automobilzeitalter ist noch nicht zu Ende«

Selbst E-Mobilität und autonomes Fahren sind doch alte Konzepte des 20. Jahrhunderts.

Was soll es stattdessen sein, Lufttaxis und Beamen? Im Ernst, die Gesellschaft ist sich einig, dass der CO2-Ausstoß reduziert werden muss. Mit der E-Mobilität wird dies zwar nur vom Fahrzeug ins Kraftwerk verlagert, aber wenn mehr elektrische Energie aus alternativen Quellen verfügbar ist, dann kommt das auch den E-Fahrzeugen zu Gute.

Beim autonomen Fahren glaube ich eher, dass die technischen Herausforderungen so gewaltig sind, dass es bis zum Durchbruch solcher Konzepte noch dauern wird. Als Konzept hat das autonome Fahren aber doch durchaus Charme und ist nach meiner Ansicht nicht bereits veraltet.

Warum wird von der Politik eine Mogelpackung wie die E-Mobilität gefördert?

Wie gesagt besteht die Mogelpackung darin, dass der CO2-Ausstoß eines E-Fahrzeugs heute nur an anderer Stelle erfolgt und in punkto Menge ein moderner Verbrenner über Lebenszeit locker mithalten kann. Entscheidend, ob es dauerhaft eine Mogelpackung bleibt, wird sein, wie schnell die Transformation in der Energieerzeugung voranschreitet. Mich ärgert vielmehr der Öko-Anstrich, den E-Autos sich heute schon verpasst haben.

Warum hat die Autolobby nicht die Chrom(VI)-Beschränkungen verhindert?

Die Reputation der Autoindustrie hat schon vor Jahren gelitten und wie viel Gewicht die Lobbymaschinerie beim Thema tatsächlich gehabt hätte, sei dahingestellt. Die Thematik Chromtrioxid ist politisch extrem aufgeladen. Sich da einzusetzen, wäre sicher riskant gewesen und hätte zu Negativschlagzeilen oder neudeutsch „Shitstorms“ führen können. Am Ende ist man da mit großer Wahrscheinlichkeit der Verlierer. Zusätzlich folgt das Fahrzeugdesign modischen Trends, so dass vielleicht auch keine ultimative Notwendigkeit gesehen wurde, sich einzusetzen.

Wie wird sich die Beschichterbranche unter den negativen Vorzeichen einer schrumpfenden Autoindustrie entwickeln?

Erfolgreiche Unternehmen werden ihr Portfolio erweitern, neue Trends bedienen und Umsatzrückgänge durch ein breiteres Angebot kompensieren. Der klassische Markt einfacher verchromter Bauteile und auch die Zahl der Beschichtungsunternehmen wird dagegen wohl schrumpfen.

Die Zahl von Befestigungselementen, die mit hochwertigen Korrosionsschutzsystemen versehen werden müssen, wird eher steigen, bei abnehmender Masse der Bauteile aber nicht unbedingt bei der zu beschichtenden Oberfläche. Hinzu kommen im Zusammenhang mit der Elektromobilität Herausforderungen bei den Kontaktbeschichtungen von Hoch- und Niederspannungsbauteilen und -verbindern, denen sich die Branche stellen muss und für die sie Antworten finden wird.

 

ZUR PERSON

Andreas Moje
Ob in der Ebene oder in den Bergen, der Automotive Manager des ZVO wandert gerne. Hier ist er im Montafon unterwegs.

Weitere Informationen

  • Ausgabe: 4
  • Jahr: 2021
  • Autoren: Heinz Käsinger
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