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Dienstag, 15 Juni 2021 08:43

Im Gegenteil - Farbenlehren und Überleben

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Geschätzte Lesezeit: 1 - 2 Minuten

In diesen Tagen ist viel von Farbenlehren die Rede, und zwar sowohl auf der politischen als auch der biologischen Ebene. Was das Politische angeht, so gibt es seit einiger Zeit den Druck zur politischen Korrektheit, der aus einem Negerkuss einen Schoko- oder Schaumkuss gemacht hat und nun Texte des Philosophen Immanuel Kant aufwirbelt.

Es gibt in dessen Riesenwerk Stellen, die heute anders formuliert werden müssten, etwa:

„Die Menschheit ist in ihrer größten Vollkommenheit die Rasse der Weißen. Die gelben Inder haben schon ein geringeres Talent. Die Neger sind tiefer, und am tiefsten steht ein Teil der amerikanischen Völkerschaften“.

Abgesehen davon, dass solches Zitieren den Rassismus nicht verblassen lässt, sondern ihn im Gegenteil in Erinnerung ruft, hat Kant, dem nie Menschen mit anderer Hautfarbe begegnet sind, seine Sicht später geändert. Kant hat dazugelernt und ausdrücklich bekannt: „Ich lerne, die Menschen zu ehren“. Kant hat die Hautfarben als „notwendig und unausbleiblich erblich“ betrachtet und eine naturgeschichtliche Deu-tung versucht, die ihn aber bald überforderte. Er spürte, dass es viele Faktoren der äußeren Welt zu berücksichtigen gab, und er hatte schon mit den inneren Strukturen des Geistigen genug zu tun. Klar war Kant nur, dass die sichtbaren Farben halfen, Freund und Feind zu unterscheiden, und was bis hier zu Betrachtungen auf den höheren Ebenen des Lebens Anlass gegeben hat, kann auch auf einer der untersten Stufen angewendet werden, wobei jetzt bei der Farbwahrnehmung von Würmern eine erstaunliche Entdeckung gemacht wurde. Es geht um den Fadenwurm mit Namen Caenorhabditis elegans, der in einem Gewimmel von Bakterien lebt, von denen einige ihm gefährlich werden können. Um sie aufzuspüren, lässt ihn die Evolution ohne Augen auskommen, was zu dem Gedanken führen könnte, dass Farben dabei keine Rolle spielen.

Doch das Gegenteil ist der Fall, wie das amerikanische Magazin Science berichtet. Die Bakterien, die dem Wurm Schaden zufügen können, sondern ein blaues Pigment ab, dem C. elegans auszuweichen in der Lage ist, und er tut dies mit Hilfe von Molekülen, die als Chemorezeptoren wirken. Augenlose Würmer können also Farben wahrnehmen, was auf dieser Ebene des Lebens dem Schutz des eigenen Lebens dient. Auf der Ebene des Menschen dient die Farbe selbst dem Schutz des Lebens. Dabei gibt es viel zu lernen. Die Aufgabe ist noch nicht erledigt. Sie fängt im Gegenteil jetzt an.

Weitere Informationen

  • Ausgabe: 6
  • Jahr: 2021
  • Autoren: Ernst Peter Fischer

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