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Dienstag, 24 Mai 2022 12:00

5 Fragen an... Prof. Andreas Bund

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Geschätzte Lesezeit: 2 - 3 Minuten
Prof. Andreas Bund Prof. Andreas Bund

Professor Andreas Bund, Lehrstuhlinhaber Elektrochemie und Galvanotechnik an der TU Ilmenau, zur Kooperation koreanischer und deutscher Galvanowissenschaftler, Interview: Robert Piterek

Herr Prof. Bund. Was möchten Sie mit der Kooperation erreichen?

Einbezogen sind neben unserer Hochschule, die Hochschule Aalen, das Forschungsinstitut Edelmetalle sowie das KIMS (Korean Institute of Material Science). Sowohl in Südkorea als auch in Deutschland gibt es eine starke Galvanikindustrie. Der Bedarf an elektrochemischer Oberflächen­technik, z.B. funktioneller Verchromung oder hoch­wertigem Korrosionsschutz ist groß. Da ist es sinnvoll, unsere Kräfte zu bündeln und Synergien zu bilden. Gerade bei dekorativen Chrom (III)-Abscheidungen sehe ich Potenzial. Die koreanischen Autobauer sind da sehr weit und machen fast alle dekorativen Verchromungen in Chrom (III).

»Es ist sinnvoll, unsere Kräfte zu bündeln und Synergien zu bilden«

Wobei möchten Sie noch zusammenarbeiten?

Etwa beim Thema Kontaktschichten aus Silber und Gold. Wir wollen Badchemien erforschen, die ohne giftige Cyanide auskommen. Es ist ja weiter Stand der Technik, dass Abscheidungen in Bädern auf der Basis von Cyanid stattfinden. Allerdings können Menschen, die an diesen Bädern arbeiten, mit diesen Chemikalien in Berührung kommen. Cyanidfreie Bäder würden dieses Risiko ausschließen, Cyanid ist in seiner Performance aber schwer zu übertreffen.

Es soll ja auch um nicht-wässrige Elektrolyte für Elemente gehen, die nicht in flüssigen Bädern abgeschieden werden können, wie Aluminium, Tantal und Niob...

Das sind Oberflächen, die man sehr gerne galvanisch abscheiden möchte, entweder, weil sie wie Aluminium und Aluminiumlegierungen einen sehr hohen Korrosionsschutz bieten oder weil Tantal und Niob wirklich superstabil sind – und fast allen chemischen Angriffen trotzen. Leider kann man diese Elemente aus thermodynamischen Gründen nicht in wässrigen Bädern abscheiden. Es gibt aber die sogenannten ionischen Flüssigkeiten, bei denen das im Labormaßstab funktioniert. Das für den industriellen Maßstab zu ertüchtigen, wäre ein großer Durchbruch.

Weiteres Thema sollen Abscheidungsprozesse für fortgeschrittene Energiespeicherung und Verbundelektroden für Lithium-Ionen- Batterien sein. Sie legen einen Schwerpunkt auf Elektromobilität?

Der Experte auf diesem Gebiet ist mein Kollege Timo Sörgel aus Aalen. Die deutsche Galvanikbranche ist momentan stark an der Automobilindustrie orientiert. Wenn der Verbrennungsmotor langsam verschwindet, sollten Galvaniken andere Produkte fertigen können. Elektroden für Batterien könnten über Komposit-Galvanoformung von Galvaniken hergestellt werden, auch in größeren Mengen. Nähere Informationen dazu hat Prof. Sörgel, der eine kleine Pilotanlage aufgebaut hat.

Wie geht es jetzt weiter mit der Kooperation?

Wir treffen uns erstmals im Juni in Incheon auf der Jahrestagung der KISE, dem Korean Institute of Surface Engineering. Das sind quasi die koreanischen Oberflächentage. Dort vernetzen wir uns und laden die Koreaner dann auf die Oberflächentage in Leipzig ein. Wir lernen die koreanische Branche kennen, und die Koreaner unsere. Auf Workshops identifizieren wir idealerweise Themengebiete, wo wir ergänzende Expertise haben und lancieren dann Projekte mit öffentlicher Förderung.

 

ZUR PERSON

Prof. Andreas Bund Andreas Bund leitet den Fachbereich Elektrochemie und Galvanotechnik an der TU Ilmenau seit 12 Jahren. Der Studiengang hat 5-8 Absolventen im Jahr. Das Fach wird auch im Rahmen der Werkstoff- wissenschaften und der Regenerativen Energietechnik gelehrt.

Weitere Informationen

  • Ausgabe: 5
  • Jahr: 2022
  • Autoren: Robert Piterek

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