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Montag, 18 Juli 2022 12:00

Surface Technology 2022: Qualität statt Quantität

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Geschätzte Lesezeit: 3 - 5 Minuten
Die Halle 1 in Stuttgart von oben: 220 Aussteller tummelten sich auf der Messe Die Halle 1 in Stuttgart von oben: 220 Aussteller tummelten sich auf der Messe

Die Surface Technology kann 2022 zwar nicht an den Erfolg von 2018 anknüpfen, bietet der Branche aber nach langer Corona-Pause wieder Identifikation und einen umfassenden Blick auf die Beschichtungsindustrie.

Vier Jahre nach der letzten Surface Technology in Stuttgart ist die wichtigste Fachmesse der Galvano- und Oberflächentechnik vom 21.– 23. Juni erstmals wieder als Präsenzveranstaltung an den Start gegangen. Die diesjährige Leistungsschau konnte zwar nicht mit der „fulminanten Resonanz von 2018“ mithalten, die Messedirektor Hendrik Engelking auf der Eröffnungspressekonferenz am ersten Messetag ansprach. Es war dennoch eine gelungene Messe, die in schwierigen Zeiten eine umfassende Leistungsschau der Beschichtungsindustrie bot. 220 Aussteller, davon rund jeder Dritte aus dem Ausland, präsentierten sich in der größten Halle der Stuttgarter Messe rund 3000 Besuchern. Damit wurde das Ziel erreicht, 75 % der Ausstellermenge von 2018 für eine Messeteilnahme zu gewinnen. Auch wenn etwa Aussteller aus China aufgrund von Coronaeinschränkungen nicht an der Messe teilnahmen, konnte sich die internationale Resonanz sehen lassen. Unternehmen aus 18 Ländern waren in Stuttgart vertreten. In den Top-5 folgten hinter Deutschland Italien, die Schweiz, die Türkei und Großbritannien.

Eröffnungspressekonferenz: Heike Staege, Deutsche Messe, Hendrik Engelking, Messedirektor Surface Technology, Dr. Martin Rieser, VDMA, Dr. Walter Zeschky, ZVO, und Dr. Jürgen Hofinger, Biconex GmbH (v.l.n.r.)Eröffnungspressekonferenz: Heike Staege, Deutsche Messe, Hendrik Engelking, Messedirektor Surface Technology, Dr. Martin Rieser, VDMA, Dr. Walter Zeschky, ZVO, und Dr. Jürgen Hofinger, Biconex GmbH (v.l.n.r.)

Das Fachforum präsentierte 48 unterschiedlichen Themen aus der OberflächentechnikDas Fachforum präsentierte 48 unterschiedlichen Themen aus der Oberflächentechnik

Einen Branchenüberblick bot der Vorstandsvorsitzende des Zentralverbands Oberflächentechnik e. V. (ZVO) Walter Zeschky. Er bezeichnete den Status Quo der Galvano- und Oberflächentechnik trotz steigender Beschaffungs- und Energiekosten, Lieferproblemen sowie Personalmangel und behördlichen Auflagen wie REACh als sehr gut. Aufgrund „widriger Umstände“ fahre die Branche aber auf Sicht. Knapp seien u. a. Chromsäure sowie Baugruppen für die Steuerung und Automatisierung. Sorgen bereite insbesondere die Automobilindustrie, die seit 2018 einen Abschwung erlebe, so der ZVOVerbandsvertreter und Galvanikunternehmer. Auf dem Gemeinschaftsstand des ZVO präsentierten rund 60 Unternehmen Neuigkeiten sowie Produkte und Dienstleistungen.

Neben Dr. Martin Riester vom Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), der die Anstrengungen seines Verbands zur Etablierung des einheitlichen Schnittstellenstandards OPC UA zur Digitalisierung in der Oberflächentechnik beschrieb, kam noch Dr. Jürgen Hofinger, Geschäftsführer der Firma Biconex aus Dresden zu Wort. Sein Unternehmen will u. a. Radaranlagen für das autonome Fahren fertigen. In Radeberg bei Dresden steht eine eigene Produktionsanlage, in der die Metallisierung von Kunststoffen ohne die sonst übliche problematische Prozesschemie erfolgt. Dr. Hofinger referierte über dieses Thema auch beim Fachforum der Surface Technology. Hier wurden dem Publikum insgesamt 48 Kurzvorträge angeboten. Das Spektrum der Referate reichte von abwasserfreier Vorbehandlung und klimaschonender Trocknung sowie Wasserstoffversprödung über Digitalisierung und Augmented Reality in der Galvanotechnik bis zur REACh-Problematik sowie Verfahren und Anlagen der Oberflächenbehandlung.

Stand des ZVO, der mit einem Gemeinschaftsstand mit rund 60 Unternehmen der Branche auf der Messe vertreten warStand des ZVO, der mit einem Gemeinschaftsstand mit rund 60 Unternehmen der Branche auf der Messe vertreten war

Katja Feige, Fraunhofer IPA, Preisträger des 2. Preises Alexander Schmunk, Asis, und Michael Hilt, Forschungsgesellschaft für Pigmente und Lacke e. V. (v.l.n.r.) Fraunhofer IPA (v.l.n.r.)Katja Feige, Fraunhofer IPA, Preisträger des 2. Preises Alexander Schmunk, Asis, und Michael Hilt, Forschungsgesellschaft für Pigmente und Lacke e. V. (v.l.n.r.) Fraunhofer IPA (v.l.n.r.)

Einer der Höhepunkte der Messe war die Verleihung des Innovationspreises „Die Oberfläche“ beim Fachforum durch das Fraunhofer Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA). Kriterien für die Preisverleihung waren Innovationsgrad, Nachhaltigkeit und industrielle Machbarkeit. Das Rennen machte die Firma Dürr Systems AG mit der Oversprayfreien Lackapplikation mit EcoPaintJet Pro. Die komplett oversprayfreie Nasslackierung könne möglicherweise zu einer disruptiven Innovation werden, begründete Juror Michael Hilt, Geschäftsführer der Forschungsgesellschaft für Pigmente und Lacke e. V, die Entscheidung für die Dürr-Entwicklung. Der zweite Preis ging an die Asis GmbH aus Landshut, die mit einem automatischen Finish für Lackierungen eine präzise und wiederholgenaue Lösung für die Inspektion und Beseitigung von Defekten entwickelt hat. Die Molecular Plasma Group S.A. aus dem luxemburgischen Fötz hat eine Technologie entwickelt, die eine Oberflächenfunktionalisierung durch die kovalente Bindung organischer Stoffe mittels eines kalten atmosphärischen Plasmas auf jeglichen Substraten ermöglicht. Dafür erhielt das Unternehmen den 3. Preis.

Surtec entwickelt und vertreibt Spezialchemikalien für die Oberflächentechnik und war mit einem großen Stand auf der Messe vertretenSurtec entwickelt und vertreibt Spezialchemikalien für die Oberflächentechnik und war mit einem großen Stand auf der Messe vertreten

Gut besucht war derweil der Messestand des Leuze Verlags, bei dem die Fachzeitschrift Galvanotechnik, aber auch die zahlreichen Fachpublikationen im Mittelpunkt standen. Erstmals wurden auch die neuen E-Learning-Kurse für Jung und Alt, u. a. zur Berechnung von Badzugaben, Chemie, Einführung in die Galvanotechnik oder Arbeitssicherheit (mehr hierzu unter www.gtfy.de) vorgestellt. Am Stand wurde u. a. mit den Galvanotechnik-Beiräten Wolfram Willand und Herbert Hauser über Brandschutz, BREF, (Best Available Techniques Reference) und die aktuelle Lage der Galvanobranche diskutiert. Es war ein reger Austausch, den auch viele andere Aussteller trotz geringerem Besucheraufkommen als in 2018 positiv aufnahmen. Wohin man kam, wurde die Qualität der Gespräche gelobt. Darüber hinaus überwog die Freude darüber, dass die Branche wieder zusammentreffen konnte.

Ein Fazit kam von ZVO-Hauptgeschäftsführer Christoph Matheis: Der harte Kern sei zur Messe gekommen, so seine Beobachtung. Entscheidend sei es gewesen, dass die Veranstaltung überhaupt stattgefunden habe, denn die Erholung von Präsenzveranstaltungen werde nur langsam erfolgen. Seine Prognose: Eine Annäherung an das Niveau von 2018 möglicherweise schon in zwei Jahren. Die Ursachen für die vergleichsweise niedrige Standbelegung in diesem Jahr sieht Matheis u. a. bei der Konzentration in der Branche sowie beim Wegfall eines Teils der internationalen Messebeteiligung. Die Besucher kamen überwiegend aus der metallbe- und verarbeitenden Industrie, der Automobilindustrie, dem Maschinen- und Anlagenbau, aber auch der Elektronik- und Kunststoffindustrie. Die nächste Surface Technology finden vom 4.–6. Juni 2024 erneut in Stuttgart statt.

Fotos: Robert Piterek

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  • Ausgabe: 7
  • Jahr: 2022
  • Autoren: Robert Piterek

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