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Dienstag, 26 Juli 2022 12:00

Anwenderorientierte Ausbildung an der Fachschule für Galvanotechnik

von Redaktion
Geschätzte Lesezeit: 3 - 5 Minuten
Reinhold Specht von der Harter GmbH mit Schülern der Fachschule für Galvanotechnik Reinhold Specht von der Harter GmbH mit Schülern der Fachschule für Galvanotechnik

Die Fachschule für Galvanotechnik in Schwäbisch Gmünd bildet Nachwuchs für die Galvano- und Oberflächentechnik aus. Der Unterricht umfasst alle relevanten Fertigkeiten des Berufsbilds. Dabei werden die Auszubildenden auch regelmäßig von Experten aus der Praxis in ihren Fachgebieten geschult.

Filtern von Elektrolyten

Jan Bohncke von der Firma Bohncke GmbH aus Hünstetten-Wallbach lässt die Schüler der Fachschule für Galvanotechnik an seiner jahrzehntelangen Erfahrung teilhabenJan Bohncke von der Firma Bohncke GmbH aus Hünstetten-Wallbach lässt die Schüler der Fachschule für Galvanotechnik an seiner jahrzehntelangen Erfahrung teilhabenSchon Ende vergangenen Jahres hielt Jan Bohncke von der Firma Bohncke GmbH aus Hünstetten-Wallbach einen Unterrichtsabschnitt über Filtertechnik. Bohncke verfügt über jahrzehntelange Erfahrung und sprach über das Filtern galvanischer Elektrolyte.

Schmutzpartikel in galvanischen Bädern führen zu fehlerhaften Überzügen, also Ausschuss. Somit müssen die Elektrolyte kontinuierlich gefiltert werden. Was man dabei falsch und wie man es richtig machen kann und dabei noch Geld spart, erfuhren die Schüler von dem Gründer der Bohncke GmbH. Zur Sprache kamen unterschiedliche Filterverfahren und -Medien, ebenso wie die zugehörige Pumpentechnik und Fragen der Verrohrung. Dass hier zunächst billiger erscheinende Filtermethoden auf die Dauer kostenintensiver und obendrein schlechter sein können, zeigte eine einfache Beispielrechnung zu unterschiedlichen Filterkerzen. Außerdem ist eine Filtertechnik nur gut, wenn sie auch bedienerfreundlich ist: Dann wird sie auch konsequent eingesetzt, betonte Bohncke.

Was Reinheit in der Galvanotechnik bedeuten kann, zeigte das Beispiel der CD-Produktion. Die Prägewerkzeuge CDs werden galvanisch geformt. Die Datenspuren auf der CD haben einen Abstand von 1,6 μm (1,6 Millionstel Meter) zueinander. Zum Vergleich: Lungengängige Feinstaubpartikel können einen Durchmesser von bis zu 2,5 μm haben. Das sind die Herausforderungen, denen sich die moderne Filtertechnik für galvanische Elektrolyte heute stellt.

Leiterplattentechnik

Um Leiterplattentechnik ging es bei Florian Bielmeier und  Franz Stöger von der Rohde & Schwarz GmbH aus Teisnach   Um Leiterplattentechnik ging es bei Florian Bielmeier und Franz Stöger von der Rohde & Schwarz GmbH aus Teisnach Ebenfalls noch 2021 ging es in Schwäbisch Gmünd um Hochtechnologie. Die Referenten Florian Bielmeier und Franz Stöger vom Werk Teisnach der Firma Rohde & Schwarz GmbH & Co. KG im Bayerischen Wald brachten den Schülern die Hochtechnologie in der Leiterplattentechnik näher. Sie verrieten, dass der Entwicklungsvorsprung darüber entscheidet, ob ein Produkt am kostenintensiven Standort Deutschland lukrativ gefertigt werden kann. Als Beispiel nannten sie Smartphones: Auf kleinstem Raum finden wir hier eine Leistungsdichte, die vor wenigen Jahren kein PC erreicht hätte. Wir haben es also mit Hochtechnologie zu tun. Die Basis dieser extrem miniaturisierten elektronischen Schaltungen ist die Leiterplatte, deren Herstellung unter anderem eine ganze Reihe galvanotechnischer Verfahrensschritte erfordert. Ein Smartphone ist heute praktisch für jeden erschwinglich. Der Grund: Die Produktion erfolgt in Asien, wo sehr kostengünstig produziert werden kann. Aber die Prüftechnik für die Smartphones stammt von Rohde & Schwarz, einschließlich der hierzu benötigten High-Tech-Leiterplatten.

Wie Leiterplatten auf dem gegenwärtigen Stand der Technik aussehen und wie sie gefertigt werden, war Teil des Vortrags der Referenten, die heute in führender Stellung tätig sind, ihr Rüstzeug für ihre heutige Arbeit aber an der Fachschule für Galvanotechnik erlangt haben. Darüber hinaus wurden den Schülern weitere Schlüsselqualifikationen vorgestellt. Damit der technologische Vorsprung gesichert werden kann, zählen kommunikative und planerische Fähigkeiten in der Zusammenarbeit mit anderen technischen Disziplinen sowie Managementqualitäten dazu. Die Schwäbisch Gmünder Fachschule für Galvanotechnik ist europaweit die Einzige, die eine breite Ausbildung in Theorie und Praxis der Leiterplattenfertigung vermittelt.

Den Auftrag bekommt, wer seine Prozesse kennt

Tanja Bosch von der Deutsche Metrohm Prozessanalytik GmbH &  Co. KG, Filderstadt sprach im Januar über Prozessanalytik   Tanja Bosch von der Deutsche Metrohm Prozessanalytik GmbH & Co. KG, Filderstadt sprach im Januar über Prozessanalytik Tanja Bosch von der Firma Deutsche Metrohm Prozessanalytik GmbH & Co. KG, Filderstadt, sprach in Schwäbisch Gmünd im Januar über Prozessanalytik, die besonders in großen Abnehmerindustrien wie der Automobilindustrie wichtig ist. Die dort aktiven Firmen müssen sich den Herausforderungen stellen, die sich durch Qualitätsanforderungen, Kostendruck und Qualitätssicherung ergeben. Für die Galvanik heißt dies: Wer mit gleichbleibender hoher Qualität produzieren will, muss dabei die Konzentrationen seiner Prozessbäder kontinuierlich kennen und steuern können. Soll gleichzeitig kostengerecht produziert werden, muss man Einsparpotenziale hinsichtlich Produktionszeiten, Rohstoff- und Abfallmengen sowie Personaleinsatz nutzen. Eine lückenlose Dokumentation der Qualitätssicherung ist dabei selbstverständlich. Hier kommt die Prozessanalytik ins Spiel: Im Gegensatz zum klassischen Verfahren von Probenahme vor Ort und Analyse im Labor erfolgen die Analysen automatisiert, zeitnah und kontinuierlich direkt in den Prozessbädern. Somit entsteht sehr viel mehr Information, die unmittelbar zur Regelung der Prozesse und zur Dokumentation verwendet werden kann. Zugleich wird damit den Anforderungen der Digitalisierung, Stichwort „Industrie 4.0“, entsprochen. Zur Bestimmung der Badkonzentrationen steht hierbei eine Vielzahl automatisierter Analysenverfahren von der Titration über die Potentiometrie und Photometrie bis zu verschiedenen spektroskopischen Messverfahren zur Verfügung. Die Schüler konnten verschiedene Analysatoren selbst ausprobieren und sich vom unkomplizierten Aufbau einzelner Komponenten überzeugen, die auseinander- und wieder zusammengebaut wurden.

Trocken, fleckenfrei und ökologisch

Das Thema Trocknung stand im Februar auf dem Programm. Referent war Reinhold Specht von der Harter GmbH, Stiefenhofen. Versiegelungen von Korrosionsschutzschichten wollen schonend getrocknet sein und Zifferblätter sollen fleckenfrei glänzen. Darüber hinaus verbraucht entwässerter Metallschlamm weniger Energie beim Transport als feuchter: Dies alles sind Trocknungs-Aufgaben, welche in der Galvano- und Oberflächentechnik gelöst werden müssen. Die Trocknungstechnik der Harter GmbH nutzt dabei die Kondensation nicht nur zur Entfeuchtung, sondern gewinnt dadurch zugleich für die Trocknung benötigte Energie. Ähnlich wird dieses Prinzip auch für die bekannten Wärmepumpen-Wäschetrockner eingesetzt. Interessant für die Galvanik: Hier lassen sich bis zu 75 % an elektrischer Energie einsparen. Damit ist dieses Trocknungsverfahren nicht nur ökologisch, sondern zugleich rentabel.

Aktuell läuft die Ausbildung in Schwäbisch Gmünd. Für die Ausbildung im kommenden Jahr ist die Anmeldung an der Fachschule für Galvanotechnik noch bis März 2023 möglich. Erforderlich ist eine einschlägige Berufsausbildung. Per Klick auf das Anmeldeformular der Gewerblichen Schule Schwäbisch Gmünd ist die zweijährige VollzeitAusbildung zur/zum staatlich geprüften Techniker/in, Fachrichtung Galvanotechnik, möglich. Für die Zeit der Ausbildung ist die Unterbringung von Block- und Vollzeitschülern im Jugendwohnheim möglich.

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