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Dienstag, 26 Mai 2020 09:00

Livestream aus dem Körperinneren: Magnet steuert Kamerapille

von Fraunhofer-Institut
Geschätzte Lesezeit: 2 - 3 Minuten
Nicht erst bei hohem Leidensdruck: Die Kamerapille kann dafür sorgen, dass Patienten früher zur Magenspiegelung gehen Nicht erst bei hohem Leidensdruck: Die Kamerapille kann dafür sorgen, dass Patienten früher zur Magenspiegelung gehen

Die Untersuchung des Magens verbinden viele Betroffene mit unangenehmen Behandlungen mittels eines eingeführten Schlauchs über den Mund- und Rachenraum bis in die obere Magenpartie und langen Wartezeiten aufgrund fehlenden Fachpersonals. Zusammen mit zwei weiteren Partnern forscht das Fraunhofer IZM nun in dem vom BMBF geförderten Projekt nuEndo an einer vollkommen schlauchlosen Technologie für die diagnostische Magenspiegelung, bestehend aus einer schluckbaren Kamerakapsel und einem externen magnetischen Steuerungssystem.

Magenspiegelungen bergen verschiedene Risiken und müssen durch mehrjährig geschultes und immer seltener werdendes Fachpersonal ausgeführt werden. Durch den natürlichen Würgereflex beim Schlucken des Schlauchs kann es zu Verletzungen der Schleimhäute in der Speiseröhre kommen. Nachfolgende Blutungen und Keimeinschleppungen sind keine Seltenheit. Auch die oft parallel durchgeführte Vollnarkose birgt unterschiedliche Risiken bis hin zum Tod.

Medizintechnik der Zukunft: Für Patienten und Fachpersonal ist eine solche Untersuchung deutlich angenehmerMedizintechnik der Zukunft: Für Patienten und Fachpersonal ist eine solche Untersuchung deutlich angenehmerUm diese Gefahren zu verringern, arbeiten die Partner im Rahmen des nuEndo-Projekts an einer Kapsel, mit der die diagnostische Magenspiegelung mit flexiblen Endoskopen durch ein vollkommen kabelloses Verfahren ersetzt werden soll. Die Endoskopiekapsel kann mithilfe eines externen magnetischen Führungssystems intuitiv durch den Magen geführt werden und sendet via eingebauter Sensorik ein Echtzeit-Bild des Mageninneren auf einen Monitor.

Ein besonderer Zusatz der Untersuchungsmethode: Anders als die schlauchgesteuerte Magenspiegelung kann die Kapselendoskopie vom hausärztlichen Fachpersonal ohne Narkose durchgeführt werden. Nachdem Betroffene die Kapsel geschluckt haben, dauert es circa 20 Sekunden, bis sie im Magen ankommt und die Untersuchung starten kann. Für einige Erkrankungen ist es nötig, anschließend dennoch eine schlauchendoskopische Untersuchung durchzuführen, da diese höher aufgelöste Bilder liefert. Mit der Kapselendoskopie können allerdings ohne lange Wartezeiten erste Diagnosen gestellt werden. Aus dieser ersten Diagnose lässt sich dann die Notwendigkeit für eine weiterführende Untersuchung ableiten.

Prof. Dr. Jörg Albert, Chefarzt am Robert-Bosch-Krankenhaus in Stuttgart: „Durch ein solches nicht-invasives und schmerzfreies Verfahren wird eine diagnostische Magenspiegelung schon bei geringerem Leidensdruck für Patienten akzeptabel, da diese nur eine kleine Kapsel schlucken müssen und dann entspannt an der Untersuchung teilnehmen können. Somit kann das nuEndo-System die Möglichkeit bieten, viele Erkrankungen früher als bis-her zu erkennen, Beschwerden effektiv zu behandeln und den Therapieverlauf besser zu überwachen.“

Als Experte für die Miniaturisierung von elektronischen Systemen ist das Fraunhofer Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration IZM für die Miniaturisierung der Kapsel zuständig. Verbundkoordinator des Projektes ist die Ovesco Endoscopy AG. Weiterer Partner ist die Sensodrive GmbH – eine Ausgründung aus dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt, die für die externe magnetische Steuerung zuständig ist. Das Projekt ist mit knapp 1,7 Mio. Ä als KMU-innovatives Forschungsprojekt durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert und läuft bis 2022.

Fraunhofer-Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration IZM, www.izm.fraunhofer.de

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  • Ausgabe: 5
  • Jahr: 2020
  • Autoren: Fraunhofer-Institut

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