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Gegen Recht auf Eigenreparatur

Mit dem fadenscheinigen Argument, dass Eigenreparatur von Elektronikgeräten wie Smartphones den Hackern Tür und Tor öffnet, lehnen Firmen wie Apple und Toyota den geplanten Fair Repair Act der US-Regierung ab. Die Konzerne fürchten Umsatzverluste und Know-how-Abfluss.
Technologieriesen wie Verizon, Toyota, Lexmark, Caterpillar, Medtronic und allen voran Apple wehren sich in den USA derzeit mit Händen und Füßen gegen die Einführung des sogenannten Fair Repair Act. Dieser wurde noch während der Obama-Zeit in Gang gesetzt. Mit dem Gesetzesentwurf aus New York sollen die Unternehmen dazu verpflichtet werden, Ersatzteile, Werkzeuge und Reparaturanleitungen für ihre Geräte an Interessierte zu liefern (Abbildung). Acht US-Bundesstaaten haben dieses neue Gesetz bereits eingeführt. Andere bereiten Anhörungen vor, zu denen sie vor der Einführung des Acts verpflichtet sind. Nun aber, da die Umsetzung des zukünftigen Gesetzes in den Bundesstaaten an Fahrt gewinnt, wehren sich viele Konzerne immer stärker dagegen. Der „Fair Repair Act“ beinhaltet eine ziemlich große Produktbreite: Von Handys, Konsumelektronik, Kameras, Computern bis hin zu Traktoren. Eine Übersicht zur Situation gibt es unter http://ifixit.org/blog/8780/apple-right-to-repair/.
Vielen Unternehmen ist vor allem die in dem Gesetz vorgesehene Pflicht, Ersatzteile und Reparaturanleitungen auch an nicht autorisierte Servicefirmen zu verkaufen, ein Dorn im Auge. Außerdem wollen sie den Abfluss sensiblen Know-hows verhindern. Um auf die Politik entsprechend Einfluss zu nehmen, kämpfen Lobbygruppen gegenwärtig an vorderster Front. Auch Verbände wie die Consumer Technology Association, Cellular Telecommunications and Internet Association, Computing Technology Industry Association wurden von den Unternehmen als Act-Gegner ins Feld geführt. Bekannt geworden ist das Engagement der Konzerne durch die New Yorker Gesetze zur Offenlegung von Lobbying.
iPhone-Hersteller Apple will das Gesetz nicht kampflos hinnehmen und argumentiert: Durch ein entsprechendes Gesetz würden Einfallstore für Hacker geöffnet. Auch könnte es durch unsachgemäße Reparaturen zum Beispiel zu Akkubränden kommen. Außerdem würde ein beträchtliches Geschäftsfeld wegbrechen. Denn: Muss Hardware ausgetauscht werden, verrechnet Apple zumeist teure Pauschalpreise. So kosten Display-Reparaturen je nach Modell zwischen 160 und 180 €, wobei andere Schäden auch schnell auf über 400 € kommen. Apple bezahlt Lobbyisten dafür, gegen das geplante Gesetz zu argumentieren, das Reparaturen erleichtern würde.
Die Haltung von Apple ist aus Sicht des Konzerns verständlich, wenn man sich folgendes vor Augen hält: Getrieben durch die positiven Nachrichten hat die Apple-Aktie im Mai 2017 bei einem Kurs von knapp über 150 $ die Marktkapitalisierung von 800 Milliarden überschritten. Seit mehreren Handelstagen waren neue Rekordwerte zu verzeichnen. Angesichts des Potentials der neuen iPhone-Serie erscheint eine Marktkapitalisierung von einer Billion US-Dollar dieses Jahr noch erreichbar. Dieses Ziel möchte Apple nicht verfehlen, was durch Wegfall von Einnahmen aus dem Reparatur- und Ersatzteilgeschäft sowie Neukauf ausfallender Geräte durchaus der Fall sein könnte.
Mit der Internetseite repair.org (früher: The Digital Right to Repair Coalition) haben sich die Reparatur-Willigen von Smartphones in den USA eine eigene Plattform zur Durchsetzung ihrer Forderungen mit gegenseitigen Austauschmöglichkeiten geschaffen. Die Mitglieder dieser Bewegung erkämpften im US-Kongress bereits zahlreiche Ausnahmen gegen das von den Smartphone-Herstellern in Anspruch genommene Copyright-Gesetz, welches die Produzenten ebenfalls als Grundlage dafür nehmen, die Selbstreparatur durch nicht autorisierte Firmen oder Personen zu verbieten.

Bild: Eigenreparatur hilft oft Geld zu sparen, was manchen Konzernen missfällt

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