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Mittwoch, 28 Oktober 2020 07:59

Lieferkette aufrechterhalten – gilt auch für Leiterplatten

von Gustl Keller
Geschätzte Lesezeit: 3 - 5 Minuten
Die geschäftsführenden Gesellschafter Thomas Michels (links) und Christian Georg Behrendt mit Unternehmensgründer Walter Süllau in der Mitte (Quelle: Ilfa) Die geschäftsführenden Gesellschafter Thomas Michels (links) und Christian Georg Behrendt mit Unternehmensgründer Walter Süllau in der Mitte (Quelle: Ilfa)

Christian Georg Behrendt, Geschäftsführender Gesellschafter der ILFA Industrieelektronik und Leiterplattenfertigung aller Art GmbH, Hannover, und Thomas Michels, die zusammen die Gesellschaft führen, erläuterten bei einem Gespräch mit der PLUS-Redaktion, welche Herausforderungen mit der aktuellen durch das Corona-Virus verursachten Situation verbunden sind und wie das 160 Personen zählende Unternehmen damit umgeht.

Die Elektronik bzw. die Elektronikbranche wird in der allgemeinen Wahrnehmung positiv bewertet. Schließlich können ohne Elektronik viele (oft unverzichtbare) Produkte nicht realisiert werden. Dies gilt insbesondere auch für die derzeit weltweit in größeren Mengen benötigten Beatmungsgeräte. Dadurch steigt das Ansehen der damit befassten Hersteller, zu denen inzwischen auch ILFA mit seinen Leiterplatten zählt. Aber nicht nur für Beatmungsgeräte sondern für alle Elektronik enthaltenden Produkte ist derzeit das Aufrechterhalten der (globalen) Lieferkette eine Herausforderung. Denn Störungen – und die gibt es schon seit Beginn der Pandemie – bergen das Risiko, dass Produkte nicht mehr bzw. nicht zum geplanten Termin und in der geplanten Menge hergestellt werden können. Hier gilt es, frühzeitig gegenzusteuern.ILFA-Team vor dem Firmengebäude (Quelle: Ilfa)ILFA-Team vor dem Firmengebäude (Quelle: Ilfa)

Risiken globaler Lieferketten

Bei den heutzutage üblichen komplexen globalen Lieferketten kann der Ausfall nur eines Lieferanten von Komponenten irgendwo auf der Welt dazu führen, dass z. B. ein Automobilwerk in Deutschland zum Stillstand kommt. Dies ist auch bei Leiterplatten so, denn bislang kommen die großen Mengen für die Serienproduktion von Automobilen aus Asien, meistens aus China und die Lieferketten waren – zumindest zeitweise – unterbrochen. Änderungen der Lieferkette sind hier schwierig und nur längerfristig möglich. Es gibt jedoch Bestrebungen seitens der OEM und Zulieferer, hier etwas zu ändern. Der weitere Abbau der Kapazitäten für die Elektronik- und Leiterplattenproduktion soll gestoppt und möglichst ,umgedreht' werden. Hierzu trägt auch die in diesem Jahr gestartete BMBF-Leitinitiative ,Vertrauenswürdige Elektronik' bei, mit der Deutschland die eigene wirtschaftliche Elektronikfertigung fördern und so zu mehr technologischer Souveränität gelangen will.

Neben der Automobilproduktion, die ca. 7 bis 8 % der deutschen Wirtschaftsleistung ausmacht, produziert der Großteil der deutschen Industrie kleinere Stückzahlen. Dadurch sind Änderungen der Lieferkette nicht so schwierig und auch kurzfristig möglich. Genau hier setzt ILFA als Lieferant an, der die benötigten, meist technologisch anspruchsvollen Leiterplatten hier in Deutschland anbieten und herstellen kann.

Anforderungsorientierte Leiterplattenentwicklung und sichere Lieferkette

Das mittelständische Unternehmen ILFA ist vor allem im Segment Hochtechnologie mit Leiterplatten von bis zu 38 Lagen und unterschiedlichsten Aufbauten unterwegs. Es bedient u. a. Kunden aus den Bereichen Luft-/Raumfahrt- und Wehrtechnik, Robotik und Medizintechnik.

Darunter ist PyroSience aus Aachen, ein Unternehmen, das Komponenten für Beatmungsgeräte herstellt. Das Unternehmen hat in Anbetracht der aktuellen Situation in Deutschland einen verlässlichen Partner für seine Leiterplatten gesucht. Denn die Lieferkette für Beatmungsgeräte muss möglichst sicher sein. PyroSience hat ILFA ausgewählt, weil dem Auftrag höchste Priorität eingeräumt und innerhalb kürzester Zeit geliefert werden konnte. Die von ILFA seit langem praktizierte an den Anforderungen der Kunden orientierte Entwicklung der Leiterplatten zahlt sich gerade bei anspruchsvollen Produkten für den Kunden aus. Denn dadurch werden Zeit und Kosten eingespart. ILFA fertigt Prototypen und Serien bis zu 100 000 Stück pro Jahr in Deutschland und kann bei Bedarf über seine eigenen Büros in Taipeh, Taiwan, und Shenzen, China, größere Stückzahlen liefern.Hybride Leiterplatten sind eine günstige Lösung, um unterschiedliche Eigenschaften und Materialien zu vereinenHybride Leiterplatten sind eine günstige Lösung, um unterschiedliche Eigenschaften und Materialien zu vereinen

Technologiekompetenz als Basis

Laut Christian Georg Behrendt gehört ILFA in Sachen Technologiekompetenz zu den drei führenden Anbietern in Deutschland. So hat ILFA in den letzten Jahren – den Elektronik-Megatrends entsprechend hin zur weiteren Miniaturisierung sowie zu noch höheren Geschwindigkeiten und Leistungen – bereits Technologien für die Digitale Lötstoppmaske und das Embedding von Komponenten sowie die in Leiterplatten integrierte Mikrokühlung untersucht und implementiert. ILFA hat zudem umfangreiche Erfahrungen mit Aufbauten aus speziellen Basismaterialien wie LCP und PTFE für Anwendungen mit besonderen Anforderungen wie HS-Signalintegrität, EMV oder (Patch-)Antenneneigenschaften.

„Gemeinsam wollen wir ... ein Produkt entwickeln und herstellen, das den Kundenbedürfnissen zu den bestmöglichen Kosten entspricht.“

Dementsprechend ist auch der Qualitätsstandard hoch. ILFA ist nach ISO 9001, ISO 14001 und EN 9100 sowie IPC- und UL-Standards zertifiziert. Derzeit laufen die Planungen zur Erlangung der ESA-Qualifikation.

Das Ziel von ILFA, wie es Christian Georg Behrendt formulierte, ist: „Gemeinsam wollen wir zügig ein reproduzierbares Produkt entwickeln und herstellen, das den Kundenbedürfnissen zu den bestmöglichen Kosten entspricht.“ Die Aktivitäten von ILFA sind auch in Corona-Zeiten hierauf ausgerichtet. Und auch die Digitalisierung wird dazu weiter vorangetrieben.

Die benötigten Materialien waren in der Krise zum Teil nur schwer und teilweise nicht verfügbar, so dass es auch schwierige Zeiten für die Produktion gab. Das hat sich mittlerweile beruhigt, aber wie hier die Entwicklung weitergeht, ist allerdings offen. Denn in Europa existiert mit ISOLA nur noch ein HT-Basismaterialhersteller und die globale Lieferkette ist weiterhin labil. Trotzdem blickt ILFA weiter optimistisch in die Zukunft.

Bei ILFA stimmt man der Analyse von AT&S-CEO Gerstenmeier zu, dass aktuell die chinesische Produktion schneller aufholt und so die Gefahr einer weiteren Abwanderung der Produktion nach Asien/China besteht. Der Standort China werde dann weiter wachsen, wenn nicht auch die einheimischen Großhersteller (OEMs) gegensteuern und beim Einkauf der Leiterplattenproduktion in Deutschland/DACH und Europa mehr Umfang einräumen. Dabei kann es natürlich keinen Aufschlag wie eine Deutschland-/EU-Prämie geben, sondern die deutschen/europäischen Leiterplattenhersteller müssen wettbewerbsfähig anbieten. „Wenn das Volumen da ist, dann ist das möglich und weitere Investitionen werden sich lohnen.“

Hier sei auch die Politik gefragt. Es gilt die Einfuhrzölle auf Leiterplatten aus Nicht-EU Ländern zu erheben – als Ausgleich für staatliche Fördermaßnahmen, die die Elektronikhersteller in China erhalten.

IT-Sicherheit und Produktion sicherheitskritischer Produkte

Für die IT-Sicherheit von elektronischen Geräten ist die Basishardware, die Leiterplatte – unbestückt und bestückt – von zentraler Bedeutung. Denn über oder durch die Leiterplatte fließen alle Signale/Daten, die das betreffende Produkt produziert oder verarbeitet.

In den USA hat sich ein starker Trend entwickelt, die gesamte Produktion sicherheitsrelevanter Elektronikprodukte wieder in die USA zurückzuholen. Dies gilt es auch in Deutschland und der EU genau zu analysieren.

www.ilfa.de

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