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Donnerstag, 14 Mai 2020 09:18

Auf den Punkt gebracht: 50 Jahre Lackwerke Peters von 1970 bis 2020 - Der Hidden Champion und Leiterplattenpionier vom Niederrhein

von Hans J. Friedrichkeit
Geschätzte Lesezeit: 3 - 6 Minuten
Abb. 1: V. r. n.l.: Ralf Schwartz; Ehefrau Brigitte Schwartz, geb. Peters, Tochter Britta Schwartz mit Benjamin Alfes Abb. 1: V. r. n.l.: Ralf Schwartz; Ehefrau Brigitte Schwartz, geb. Peters, Tochter Britta Schwartz mit Benjamin Alfes

‚Coating Innovations for Electronics‘ lautet heute das Credo der Lackwerke Peters. Die Peters Gruppe ist ein in der Elektronik-Branche bestens bekannter Komplett-Anbieter von Beschichtungen für die Herstellung von Leiterplatten und den Schutz von Baugruppen und elektronischen Bauteilen sowie integrierten Lösungen für die Beschichtungstechnologie. Dazu zählen High-Tech-Beschichtungen für die Elektronik, die in der Automobilelektronik, Luft- und Raumfahrt, Industrieelektronik und Medizintechnik sowie bei LED-Anwendungen und weiteren Industrie-Applikationen eingesetzt werden.

Entsprechend umfangreich ist das Produktionsprogramm für die mehr als 3500 Kunden:

  • Zur Herstellung von Leiterplatten gehören Fotoresiste, Siebdruck-, Ätz- und Galvanoresiste, Fotosensible Flüssiglötstoppmasken sowie Lötstopplacke für den Siebdruck und abziehbare Lötstoppmasken
  • ELPEGUARD-Schutzlacke für die Mikroelektronik, zum Schutz und zur Isolierung bestückter Leiterplatten. Außerdem Carbonleitlacke sowie TIP- und Wärmeleitpasten
  • Vergussmassen, Gießharze und Silikone schützen und isolieren Elektronik, Sensortechnik und Lichtelektronik vor extremen Klimaeinflüssen und aggressiven Medien
  • Hilfsprodukte für die Elektronikfertigung zur Verarbeitung von Beschichtungsstoffen aller Art
  • Planung von Einzelkomponenten oder komplette Anlagenkonzepte teils in Zusammenarbeit mit ausgewählten Lieferanten

Zur vollumfänglichen Beratung umfasst das Dienstleistungsangebot einen Maschinenpark verschiedener Hersteller im Technikum, der auch Kunden für Versuche zur Verfügung steht.
Mit internationalen Vertriebsbüros und mehr als 65 Auslandsvertretungen ist die Peters Gruppe als ein globales Familienunternehmen in mehr als 90 Ländern präsent. Ralf Schwartz und Ehefrau Brigitte, Tochter von Werner Peters, führen als geschäftsführende Gesellschafter die Unternehmensgruppe. Unterstützt werden sie von ihrer Tochter Britta mit Partner Benjamin Alfes (Abb.1).

Zukunftsweisende Applikationen von Elektromobilität bis E-Bikes

Gerade bei zukunftsweisenden Applikationen (Abb. 2) in der Elektromobilität haben sich die Lackwerke Peters mit ihren Produkten in Position gebracht. Verbaut sind diese u. A. in DC/DC Convertern, Distance Sensors, Dashboard Controls, Solar Sunroofs, Sound Systems, Keyless Access und Battery Control Units (BCU). Hierbei wird der alkalisch-entwickelbare Lötstopplack Elpemer 2467 bei der Direktbelichtung von Leiterplatten mit feinsten Strukturen eingesetzt. Unter dem Label ‚Edition 766‘ kommt dieser Elpemer-Lötstopplack auch dann zur Anwendung, wenn aktuellste und anspruchsvollste Automotive Anforderungen zu erfüllen sind. Dazu gehören Dauertemperatur- und Temperaturschockbeständigkeit bis 175° C bei temperaturkritischen Hochstromanwendungen und eine ausgezeichnete Feuchte-Isolations-Beständigkeit (SIR) bei 1000 V.
Abb 2 AutoAbb. 2: Zukunftsweisende Applikationen in der Elektromobilität

Twin-Cure Systeme für E-Bikes

Ein anderer schnell wachsender Zukunftsmarkt sind E-Bikes. Hier geht es um den Schutz der Elektronik auch bei kritischen Witterungsverhältnissen. Mit dem Dickschichtlack Twin-Cure DSL 1602 FLZ/400 erfolgt eine zuverlässige chemische Vernetzung und sichere Härtung auch in Schattenbereichen. Das System ist UV härtend und VOC frei.

"Die Jubiläumsfeier - 50 Jahre Lackwerke Peters - ist nur verschoben"

Das Corona-Virus fordert auch am Niederrhein seinen Tribut. Dazu schreiben Brigitte und Ralf Schwartz: Daher sagen wir unsere für den 15. Mai 2020 geplanten Feierlichkeiten schweren Herzens ab; jedoch holen wir diese zu gegebener Zeit nach – auch wenn es ‚Peters 50 + 1‘ heißen sollte – dann erst recht.

Werner Peters – einer der PCB-Pioniere Europas

1957 werden gedruckte Schaltungen, wie Leiterplatten damals genannt wurden, erstmals bei der Firma Metz für die Radioproduktion eingesetzt. Lieferant dieser erstmals in Serie produzierten gedruckten Schaltungen waren die Ruwel-Werke in Geldern mit ihrem Gründer Fritz Stahl. Der Lackingenieur Werner Peters (Abb. 3), späterer Gründer der Lackwerke Peters, entwickelte hierzu die notwendigen Schaltungsdrucklacke. Hermann Seul, technischer Direktor der Isola Werke produzierte das mit Phenolharz imprägnierte Papier-Laminat. Der Grundstein der Leiterplattenindustrie in Europa war durch diese drei Vorkämpfer gelegt.
Abb 3 werner petersAbb. 3: Werner Peters (1931–201
Abb 4 luftbild petersAbb. 4: Hauptwerk Kempen mit 40 000 m² Firmengelände und 7200 m² Produktions- und Lagerfläche
  • 1970 übernimmt Werner Peters die 1927 gegründete Niederrheinische Lackfabrik in Krefeld und konzentriert sich auf Speziallacke für die Elektronik
  • 1984 erfolgt mit dem Umzug in die neuen Gebäude nach Kempen, die Umfirmierung in Lackwerke Peters GmbH &Co. KG
  • 1989 bzw. 1995 Gründung der Peters Engineering für Elektroniklacke, dann Ausgliederung der Peters Research für Elektroniklacke
  • 1995 Ralf Schwartz und Brigitte Schwartz werden Mitglieder der Geschäftsführung der Peters Gruppe
  • 2011 folgt dann die Gründung einer Auslands-gesellschaft, der Peters ITALIA S. r.l
  • 2014 steht im Zeichen der Expansion in Asien. Zunächst wird die Peters Asia Pacific (Hongkong) Ltd. gegründet
  • 2016 folgen dann unter diesem Firmendach die Singapore Branch, die Taiwan Branch und die Peters China (Shanghai) Ltd.

 

Ralf Schwartz bemerkt zur Expansion in Asien: „Wir müssen Asien bedienen, um in Europa überleben zu können.“

Ein Lebenswerk, das sich sehen lassen kann

Ein Satz des römischen Kaisers Marc Aurel (121-180) beschreibt das Lebenswerk Werner Peters vielleicht ganz treffend: Das Leben eines Menschen ist das, was seine Gedanken daraus machen.

In den 70er bis 90er Jahren, den Goldgräberzeiten der Leiterplattenindustrie, gab es mehr als 700 Hersteller in Europa, aber auch kräftigen Wettbewerb bei den Zulieferanten. Schon anfang der 80er Jahre kam der Schweizer Chemiekonzern Ciba mit dem weltweit ersten fotosensitiven Lötstopplack Probimer auf den Markt. Später folgten Firmen wie Tamura, Taiyo Ink, Coates, Huntsman oder Hitachi Chemical.

Andere hätten bei einer solchen Übermacht von Großunternehmen aufgegeben, aber nicht Werner Peters. Peters war ein Unternehmer, der sich nicht so leicht schrecken ließ.

Abb 5 620 11 93 Jaques Wijne Vinho Mc Dermid die WP stzAbb. 5: Werner Peters (Mitte) Rüdiger Dietrich, langjähriger technischer Leiter und Weggefährte des Gründers (links), Ralf Schwartz (rechts) in 1993

In der Firmenbroschüre heißt es dazu: Werner Peters und Mitstreiter waren einsame Ritter und versuchten vergeblich, gegen die aufstrebende Macht der alkalisch entwickelbaren Lötstopplacke insbesondere aus japanischen Kochtöpfen anzukämpfen. Trotzdem gibt es bis heute viele Anwendungen auch in der Automobilindustrie von Elpemer 2469 mit dem Entwicklermedium Butyldiglykol, das deutlich günstiger und ökologisch verträglicher ist.

In den 20 Jahren als Geschäftsführer von technologiestarken großen Leiterplattenherstellern ist dem Autor Werner Peters als Lieferant, exzellent vernetzter Branchenkenner, Kollege im VDL Vorstand, bei Tagungen oder einfach im Gespräch beim Bier, unzählige Mal begegnet.

„Wir müssen Asien bedienen, um in Europa überleben zu können.“

Der Autor fragte ihn einmal: Was machen Sie eigentlich bei Zahlungsausfällen, wenn Kunden nicht zahlen? Der Pragmatiker Werner Peters meinte nur locker: Wenn ein Kunde unsicher scheint, beliefern wir ihn nur noch per Nachnahme. Wenn der nicht zahlt, kommt die Ware zurück und geht wieder ans Lager. Außer den Frachtkosten ist nichts verloren.

Auf den "Punkt" gebracht:

  1. Mit ihren Produkten kann man die familiengeführte Petersgruppe für die Leiterplattenbranche und die Bestückungselektronik als systemrelevant bezeichnen, passend zum Credo „Coating Innovations for Electronics“

  2. Der Gruppenumsatz beträgt rund € 35 Millionen (2019). Dabei werden ca. 25 % Umsatz in Asien erzielt, mit den erst 2016 in Singapur, Taiwan und China etablierten Vertriebsorganisationen

  3. Technologisch ist man mit vielen Produkten wie Elpemer 2467 für die Direktbelichtung von Leiterplatten mit feinsten Strukturen hochaktuell. Mit dem Elpemer Lötstopplack der Edition 766 sowie mit neuen ELPEGUARD-Schutzlacken hat das Unternehmen für temperaturkritische Hochstromanwendungen zukunftsorientierte Produkte.

Ein Unternehmen der Leiterplattenbranche, das 50 Jahre nicht nur überlebt, sondern auch heute zukunftsorientiert am Markt global tätig ist, verdient Respekt. Es zeigt die hohe unternehmerische Kompetenz nicht nur des Gründers, sondern auch der heutigen Geschäftsführung. Dazu kommt ein Team hochmotivierter Mitarbeiter.

Es bleibt dem Autor, sicher auch zusammen mit vielen Kunden, Lieferanten und auch Mitbewerbern, der Peters Geschäftsleitung und den Mitarbeitern zum 50. Jubiläum herzlich zu gratulieren. Wünschen wir uns, dass die Peters Gruppe in 10 Jahren, zum 60. Jubiläum, genauso dynamisch ist wie heute.

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