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Donnerstag, 12 August 2021 11:59

Starke Dynamik für Elektronikbranchen im Maschinen- und Anlagenbau

von Redaktion
Geschätzte Lesezeit: 3 - 6 Minuten

Die Auftragsbücher im Maschinen- und Anlagenbau haben sich im März kräftig gefüllt. Die Bestellungen legten um real 29 % im Vergleich zum Vorjahr zu.

Dabei verzeichnete nicht nur das Ausland ein deutliches Plus von 34 %, auch das Inland wies eine erfreuliche Bilanz (+20 %) auf. „Zum einen hinterließ die Corona-Pandemie im März des vergangenen Jahres bereits erste Spuren in den Orderbüchern, daher ist die Vergleichsbasis entsprechend niedrig. Zum anderen profitieren die Unternehmen nun davon, dass sich der Auftragseingang eindeutig beschleunigt“, erläuterte VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers. Besonders kräftig legten im März die Bestellungen aus dem Euro-Raum (+43 %) zu, aus den Nicht-Euro-Ländern kamen 30 % mehr Aufträge.

Für das gesamte erste Quartal 2021 ergibt sich somit ein realer Zuwachs der Auftragseingänge von 9 % im Vergleich zum Vorjahr. Die Bestellungen aus dem Inland blieben in diesem Zeitraum unverändert, die Auslandsaufträge legten um 15 % zu. Aus den Euro-Ländern wurde eine Steigerung von 18 % verbucht, aus den Nicht-Euro-Ländern kamen 13 % mehr Bestellungen. „Positiv ist auch, dass mit den Aufträgen die Auslastung der Maschinenkapazitäten wieder deutlich steigt“, ergänzte der VDMA-Chefvolkswirt. Lag der Wert im Januar noch bei 79,9 %, erreichte er im April 86,3 % und übertraf damit erstmals seit Juli 2019 wieder leicht den langjährigen Durschnitt von 86,1 %. „Gleichzeitig nahmen aber auch Produktionsbehinderungen aufgrund von Engpässen bei wichtigen Zulieferungen zu. Das ist Sand im Getriebe einer ansonsten erfreulichen Belebung”, warnte Wiechers.

Ausblick der Elektronikmaschinenbauer auf die Geschäftsjahre 2021/2022 verhalten optimistisch

Der Start in das neue Jahr erfolgte bei den meisten Unternehmen mit einem hohen Auftragseingang und der Blick auf das Gesamtjahr ist insgesamt optimistisch.

Mit Sorge wird die Situation auf der Materialseite gesehen. Als Beispiel sei genannt die Verknappung von Stahl und 30 bis 40 Wochen Lieferzeit auf der Distributionsseite für elektronische Komponenten mit der Folge von Produktionsstörungen.

Durch die Sorge vor der nächsten Pandemiewelle verbunden mit der allgemeinen Materialverknappung sowie deren Transportmedien sind die Geschäftsentwicklungen volatiler geworden.

Seit dem Jahr 2020 führt der VDMA Fachverband EMINT (Electronics, Micro and New Energy Production Technologies) bei seinen Mitgliedsunternehmen zweimal im Jahr eine Geschäftsklimaumfrage durch, in der die Unternehmen ihre Einschätzung geben zum Auftragsbestand, den Umsatzerwartungen, Investitionshöhen in Forschung und Entwicklung, der Beschäftigtensituation, Personalentwicklung, Preisentwicklung ihrer Anlagen, Umsatzrenditen, Maßnahmen zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit, der Umsatzverteilung nach Ländern sowie den Auswirkungen der Covid-19 Pandemie.

Vereinigt unter dem Dach des Fachverbandes EMINT sind die vier Abteilungen Batterieproduktion, Micro Technologies, Photovoltaik Produktionsmittel und Productronic (Elektronikmaschinenbau).

Zu den Auswirkungen der Covid-19 Pandemie (Abb. 1): Angebotsseitig sehen die Unternehmen vorwiegend geringe und merkliche Auswirkungen, zukünftig erwartet werden merkliche Auswirkungen.

Abb. 1: zeigt die Einschätzung der Elektronikmaschinenbauer im März 2021 zu den auftrags- und angebotsseitigen Auswirkungen der Covid-19 Pandemie, der aktuellen Auftragssituation, den Umsatzerwartungen für 2021 und 2022 sowie die Umsatzverteilung nach LändernAbb. 1: zeigt die Einschätzung der Elektronikmaschinenbauer im März 2021 zu den auftrags- und angebotsseitigen Auswirkungen der Covid-19 Pandemie, der aktuellen Auftragssituation, den Umsatzerwartungen für 2021 und 2022 sowie die Umsatzverteilung nach Ländern

Die Auftragssituation wird überwiegend besser eingeschätzt im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Die Umsatzerwartungen liegen bei 46 % der Unternehmen zwischen 5 % und 10 %. Für das Jahr 2022 werden weitere Umsatzsteigerungen erwartet zwischen 10 % und 30 %. Damit liegen die Erwartungen über dem durchschnittlichen Vorjahreswert von 4,9 %.

Diese Einschätzung geht einher mit der Entwicklung des Produktionsvolumens in Europa (Abb. 2): Hier ist die Produktion im April 2020 um mehr als 20 % gesunken, seit Mai aber wieder kontinuierlich angestiegen und jetzt wieder auf Vorkrisenniveau.

Abb. 2: Produktionsvolumen Elektronik Equipment in Europa (Januar 2021)Abb. 2: Produktionsvolumen Elektronik Equipment in Europa (Januar 2021)

Die Umsatzverteilung nach Ländern hat sich weiter Richtung Asien verlagert: Mit einem Anteil von 37 % liegt Asien vor Deutschland und Europa. Noch im September letzten Jahres lag Deutschland mit knapp 41 % vor Europa (29 %) und Asien mit 16 % . Dieser Trend könnte der raschen Erholung der chinesischen Wirtschaft von der Covid-19 Pandemie geschuldet sein.

Rund 50 % der Unternehmen investieren in diesem Jahr > 10 % des Umsatzes in Forschung und Entwicklung, im September 2020 haben mehr als 70 % zwischen 5 % und 10 % in diesen Bereich investiert.

Über 50 % der Unternehmen streben einen Personalaufbau an, aber auch > 20 % planen eine Reduzierung des Personals.

Die Preissituation ihrer Maschinen- und Anlagen wird von einer Mehrzahl der Unternehmen als gut eingeschätzt. Ebenso berichtet die überwiegende Anzahl der Unternehmen von einer sehr guten bis befriedigenden Ertragssituation. Bei den Maßnahmen zur Stärkung der Erträge stehen sowohl die Effizienzsteigerung durch Optimierung der Produktions- und Logistikprozesse als auch die Absatzsteigerung im Fokus. Zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit konzentrieren sich die Unternehmen vorrangig auf Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten.

Chancen für Innovation und Wachstum durch Digitalisierung und Elektrifizierung

Digitalisierung und Dekarbonisierung der Gesellschaft sind strategische Ziele der EU und um diese zu erreichen, bietet die Europäische Kommission Investitionen im höheren zweistelligen Mrd. Bereich an. Zu den Zielen der Digitalisierung gehören Entwicklungen in 5G/6G, Cloud Computing, Big Data, Künstliche Intelligenz (KI) und Konnektivität. Auf dem Weg zur Dekarbonisierung tragen die grüne Energieerzeugung (Solar- und Windenergie), Elektromobilität durch den Ersatz des Verbrennungs-Antriebes mit dem E-Motor in Kombination mit Carsharing durch ‚Mobility-as-a-Service' bei.

Diese neuen Infrastruktur-Entwicklungen bringen Chancen unter anderem für die Fertigung von Halbleitern, Batterien, Sensoren und den Elektronikmachinenbau. Die Europäische Kommission hat sich zum Beispiel dafür zum Ziel gesetzt, bis Ende des Jahrzehnts die Halbleiterfertigungskapazitäten auf 20 % des Weltmarktes zu verdoppeln.

Wir wollen die Elektromobilität und das autonome Fahren, letzteres ermöglicht durch die fortschreitende Konnektivität, näher betrachten:

Elektromobilität

Die Elektronik hält immer mehr Einzug im Fahrzeug, schon beim konventionellen Verbrenner, zunehmend mehr durch die Elektrifizierung des Antriebsstrangs. Durch die Elektromobilität ergeben sich Anforderungen an die Aufbau- und Verbindungstechnik, wie hohe Zuverlässigkeit, steigende Spannungen und Ströme, Batterien, die wiederum ein intelligentes Thermomanagement erfordern, z. B. durch Kupfer-Inlays. Energieeffizienz-, Rückgewinnung und Reduzierung sind weitere wichtige Herausforderungen neben der Gewichts- und Volumenreduktion.

Autonomes Fahren

Die fortschreitende Miniaturisierung hält weiterhin an, angefangen von ECUs bis PCBs in Richtung komplexer werdender ‚Sensor Fusion Boards'. Damit parallel geht auf der Produktseite das Wachstum an Funktionalitäten wobei der Software eine zunehmend große Bedeutung zukommt, wenn es um die Realisierung hoher Varianten- und Funktionsvielfalt geht.

Speicherlösungen für Automobil-Anwendungen müssen auch unter extremen Bedingungen einen zuverlässigen Betrieb gewährleisten: starke Temperaturschwankungen, plötzliche Spannungsunterbrechungen und Umwelteinflüsse.

Die zunehmende Vielfalt an Infotainment- und Dashboard-Anwendungen in Fahrzeugen erfordert heutzutage deutlich höhere Speicherkapazitäten als früher und so treibt die Nachfrage nach schnellen und kapazitätsstarken Speichermedien die Entwicklung eingebetteter Produkte voran.

Sensoren liefern immer größere Datenmengen bedingt durch die V2X Kommunikation und Kamerasysteme mit immer größerer Auflösung für die Rundumsicht. Zunehmend vernetzte Systeme erfordern den zuverlässigen Schutz der Elektronik, welche die Notwendigkeit in das Vertrauen in sichere Chips (Schutz vor Datendieben) mit sich bringt.

Hier vollzieht sich der Wandel von einer Hardware-orientierten Industrie, zu der einer Software- und Daten fokussierten mit neuer Funktionalität durch Wireless-Vernetzung und 5G Highspeed-Datentransfer.

Um technische branchenspezifische Trends und deren Bedeutung für die Elektronik Maschinen- und Anlagenbauer aufzuzeigen, wurde innerhalb der Fachabteilung ‚VDMA Productronic' Anfang diesen Jahres der Arbeitskreis ‚AK Foresight' gegründet. Ziel ist im ersten Schritt, Trendkarten für Productronic-spezifische Themen zu erarbeiten.

Quellen:

VDMA Meldung vom 6.5.2021
CEO Roundtable, productronica Fachbeiratssitzung 04.03.2021
VDMA EMINT Geschäftsklimaumfrage März 2021
Artikel FAZ, 28.04.2021, „Wir machen die Ansagen“
„SEMI Technology Policy Group Call“, 01.12.2020
Custer Consulting Group

Weitere Informationen

  • Ausgabe: 7
  • Jahr: 2021
  • Autoren: Redaktion

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