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Dienstag, 19 Oktober 2021 07:35

Backend-Anbieter: AT&S investiert am Standort Leoben 0,5 Mrd. €

Geschätzte Lesezeit: 3 - 5 Minuten
CEO Andreas Gerstenmayer CEO Andreas Gerstenmayer

Vom ursprünglichen Leiterplattenhersteller geht AT&S mit großen Schritten weiter zum vielseitig aufgestellten AVT-Spezialisten in der Mikroelektronik. Dazu investiert das Unternehmen an seinem Hauptsitz in Leoben (Österreich) in eine neues R&D-Center, sowie Produktionserweiterungen für Kleinserien und Prototypen. Insgesamt werden bis zu 700 neue Arbeitsplätze entstehen. Die für die kommenden Jahre bis 2025 geplante Investitionssumme beträgt 0,5 Mrd. € - darin enthalten sind auch Fördermittel aus IPCEI2. CEO Andreas Gerstenmayer bei der Vorstellung des Investitionsvorhabens am vergangenen Freitag: „Moore´s Law ist in seiner Grundidee ausgereizt, weshalb die sogenannten Backend-Services immer wichtiger werden.“ Sprich: Die Halbleiterentwicklung auf Silizium allein kann die künftig erforderlichen Leistungszuwächse nicht mehr wie gewohnt liefern – AVT-Weiterentwicklungen, Embedding und weitere technologische Kombinationsansätze von Silizium und PCB sind hier gefordert. Bislang sind die Hauptplayer dieser Backend-Services in Asien zu Hause – mit 50% des Weltmarktanteils in Taiwan und 20% in der Volksrepublik China. „Backend-Leistungen finden noch ein bisschen in USA statt, in der EU gibt es das praktisch nicht“, so Gerstenmayer.

Weil die Investitionspläne des österreichischen Unternehmens mit aktuellen geostrategischen Notwendigkeiten und dem EU-Förderprogramm IPCEI2 zusammenpassen, sprach auch die für Digitalisierung und Standort-Politik zuständige österreichische Bundesministerin Margarete Schramböck bei der Pressekonferenz. Sie nannte das AT&S-Vorhaben und die Mitte September erfolgte Eröffnung der Leistungshalbleiter-Chipfabrik von Infineon in Villach als strategisch wichtige Beispiele für "Investitionen in moderne, digitale Schlüsselindustrien, die Arbeitsplätze bieten, Regionen aufwerten und somit den Standort nachhaltig stärken. Es ist uns gelungen“, so die Bundesministerin, "diese Investition mithilfe des IPCEI Mikroelektronik auch finanziell zu unterstützen und damit in eine der wichtigsten Zukunftsindustrien zu investieren.“ Aus IPCEI-Mitteln wird das AT&S-Projekt vom österreichischen Bund mit 28,5 Mio. € gefördert. Der gesamte Förderungstopf für dieses Programm betrug 150 Mio. €. Es ist nun ausgeschöpft, ein Teil davon ging an das neue Infineon-Werk. Schramböck will aber einen weiteren Fördertopf aufsetzen. Auch die steirische Wirtschaftslandesrätin Barbara Eibinger–Miedl meldete sich zu Wort: "Mikroelektronik ist eines unserer wirtschaftlichen Stärkefelder. Mittlerweile werden 80 Prozent der gesamten österreichischen Wertschöpfung in diesem Sektor im Süden des Landes erwirtschaftet. Der weitere Ausbau von AT&S in Leoben ist daher von unschätzbarem Wert für den Wirtschaftsstandort Steiermark.“

Zu der Investitionsentscheidung mit noch stärkerem Fokus auf Forschung und Entwicklung haben der anhaltende Nachfrage-Boom im Mikroelektronik-Bereich und immer neue Anforderungen an die Leistungsfähigkeit elektronischer Systeme geführt. In Leoben-Hinterberg entsteht ein neues R&D-Center für Substrat- und Packaging-Lösungen für die globale Halbleiter-Industrie. Zusätzlich erfolgt ein weiteres Technologie-Upgrade bei Produktionsanlagen.Die Gesamt-Investitionssumme beinhaltet bereits kommunizierte Investitionen für ein Technologie-Upgrade sowie für das neue AT&S-Bürogebäude. „Leoben ist der zentrale Dreh- und Angelpunkt von AT&S. Von hier aus ist das Unternehmen zum Weltkonzern aufgestiegen und gehört heute zu den bedeutendsten Playern im Bereich von High- End Leiterplatten und IC Substraten“, sagt AT&S Aufsichtsratsvorsitzender Hannes Androsch. Er betonte, dass es den Ausbau in Österreich nicht gäbe, „wenn wir nicht bereits in den 1990er Jahren nach Indien, China, Südkorea und jetzt – der Spatenstich steht bevor – nach Malaysia gegangen wären und gingen.“ Der neue Standort in Kulim/Malaysia war erst kürzlich angekündigt worden. "Die Produktionsstandorte in Asien und die Investitionen zu ihrer Erweiterung haben unsere österreichischen Standorte und ihre Mitarbeiter:innen abgesichert und führen dazu, dass der Standort in Leoben ausgebaut wird und zusätzlich etwa 700 hochqualifizierte Arbeitsplätze geschaffen werden.“ Bereits heute werden in Leoben Vorprodukte für IC Substrate hergestellt, die an den Produktionsstandorten in Chongqing/China und künftig auch in Kulim/Malaysia zu hochwertigen Endprodukten weiterverarbeitet werden.

Mit dem neuen R&D-Center adressiert AT&S sowohl Kunden im High-End Halbleiterbereich als auch internationale Forschungseinrichtungen. „Die hier eingesetzten Technologien sind einzigartig in Europa und verschaffen uns ein Alleinstellungsmerkmal am Markt“, sagte Andreas Gerstenmayer. „Forschung und Entwicklung auf diesem technologischen Niveau wird es uns ermöglichen, unseren Kunden noch proaktiver innovative Lösungen für künftige Produktgenerationen anzubieten und damit zu einem Vorreiter in der Industrie zu werden. Darüber hinaus ist diese Investition ein klares Bekenntnis zum Standort Leoben und wird einen Beitrag für eine wettbewerbsfähige Mikroelektronik-Industrie in Europa leisten.“ Diese AT&S Vorhaben korrespondieren mit dem European Chip Act, der von der EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen Mitte September angekündigt wurde. Ziel ist es, gemeinsam ein hochmodernes europäisches Chip-Ökosystem zu schaffen, um die europäische Beschaffungssicherheit zu gewährleisten und neue Märkte für bahnbrechende europäische Technologien zu erschließen.

Mit der jetzt angekündigten Investition geht auch ein signifikantes Mitarbeiterwachstum bei AT&S einher. Bis 2025 werden rund 700 zusätzliche Mitarbeiter benötigt, etwa Ingenieure aus den verschiedensten Disziplinen, Fachkräfte und Akademiker für wirtschaftliche und technische Bereiche sowie qualifizierte Facharbeiter. Von der Politik fordert AT&S deshalb auch hier Unterstützung – beispielsweise in Form von Wohnraum und einer internationalen Schule. Hier hakte Ministerin Schramböck nochmals ein: Wirtschafts- und Standortpolitik sei inzwischen nicht mehr Aufgabe eines Ministeriums allein, sondern es sei ein konzertiertes Zusammenspiel vieler Ressorts notwendig.

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