Eugen G. Leuze Verlag KG
×
 x 

Warenkorb leer.
Warenkorb - Warenkorb leer.

Newsletter

Auf dem Laufenden bleiben? Jetzt unsere Newsletter auswählen und alle 14 Tage die neuesten Nachrichten in Ihrem E-Mail Postfach erhalten:

Bitte JavaScript aktivieren, um das Formular zu senden

Onlineartikel Suche

Volltext

Autoren

Ausgabe

Jahr

Kategorie

Nächste Termine

Mittwoch, 15 Juni 2022 12:00

Auf den Punkt gebracht: Kritische Gemengelage Ukraine, Chipmangel, Lieferketten, China Lock Down, USA vs. China

von
Geschätzte Lesezeit: 2 - 4 Minuten
Abb. 2: BMW Brilliance Automotive (BBA) in Shenyang/China mit einer Kapazität von > 650.000 Pkw p. a. Abb. 2: BMW Brilliance Automotive (BBA) in Shenyang/China mit einer Kapazität von > 650.000 Pkw p. a. Bild BMW

 

Selten war die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung so unübersichtlich wie derzeit. Ukraine-Krieg, berechtigte Sanktionen, die uns aber auch selbst erheblich schaden, zunehmende Verschuldung, galoppierende Inflation, unterbrochene Lieferketten, Lockdown in Teilen Chinas und – on top – der mit harten Bandagen ausgetragene China-USA Konflikt.

Abb. 1: Pkw-Weltmarkt in Millionen Fahrzeugen (Bild: Friedrichkeit, Daten: VDA/CAR)Abb. 1: Pkw-Weltmarkt in Millionen Fahrzeugen (Bild: Friedrichkeit, Daten: VDA/CAR)Der Blick auf den Pkw-Weltmarkt in Millionen Fahrzeugen (Abb. 1) zeigt das ganze Desaster. Die Absatzzahlen werden seit dem Peak-Jahr 2017 von 84,4 Mio. Einheiten auf voraussichtlich 67,6 Mio. Einheiten signifikant sinken. Dies sind -19 % und bedeuten ein Zehnjahres-Tief (s. 2012). Trösten kann man sich allenfalls damit, dass der Automobilmarkt nicht nur in Deutschland leergefegt ist, die Nachfrage nicht befriedigt werden kann und die Lieferzeiten z. T. 1 Jahr betragen. Demzufolge zeigen die Hersteller ihre Preissetzungsmacht, auch begründet mit höheren Energie-, Material- und Beschaffungskosten. Parallel dazu haben sich die Gebrauchtwagenpreise vor allem für jüngere Neue deutlich erhöht.

Deshalb hält sich in Deutschland das Jammern der Autohändler in Grenzen, denn auch das Feilschen um Rabatte hat ziemlich nachgelassen – man verdient mit weniger Fahrzeugen nahezu das Gleiche oder mehr.

Ohne China geht fast nichts

Der Exportanteil der drei großen deutschen Automobilhersteller nach China ist in den letzten Jahren weitergewachsen. Bei Mercedes und BMW beträgt er rund ein Drittel, beim Volkswagen Konzern etwa 40 % (Abb. 3). Dabei handelt es sich um margenstarke Fahrzeuge mit Vollausstattung. Mit den Gewinnen wird ein großer Teil der Entwicklungen in Europa und den USA finanziert.

Abb. 3: Die Vernetzung der Volkswagen Group in China. 2021 hat Volkswagen in China mit dem Bau eines neuen MEB-Werks begonnen. Volkswagen Anhui ist das dritte reine E-Auto-Werk des Konzerns in China nach Anting (SAIC VW) und Foshan (FAW VW)  (Bild: VW)Abb. 3: Die Vernetzung der Volkswagen Group in China. 2021 hat Volkswagen in China mit dem Bau eines neuen MEB-Werks begonnen. Volkswagen Anhui ist das dritte reine E-Auto-Werk des Konzerns in China nach Anting (SAIC VW) und Foshan (FAW VW) (Bild: VW)

Zwischenzeitlich entstehen Modelle und Ausstattungen, die ausschließlich für den chinesischen Markt entwickelt worden sind. Die gilt auch für Battery Electric Vehicles (BEVs), da China der weltweit größte Markt für Pkw mit Elektroantrieb ist (Abb. 4).

Abb. 4: Exportanteil China 2018 bis 2021 (Bild: Friedrichkeit, Daten: CAR)Abb. 4: Exportanteil China 2018 bis 2021 (Bild: Friedrichkeit, Daten: CAR)

Die deutschen Autokonzerne Volkswagen, Daimler und die BMW-Gruppe exportierten 2021 zusammen etwa 5,4 Mio. Fahrzeuge nach China. Das waren 38,2 % der insgesamt in Europa produzierten 14,16 Mio. Neufahrzeuge.

Auch international ist die Verknüpfung mit China signifikant. In Abbildung 5 wird deutlich, das auch Firmen wie die US-amerikanische General Motors 46 % ihres Absatzes oder 2,89 Mio. Einheiten in China generieren, ebenso auch Tesla mit 34 % oder 320 000 Fahrzeugen. Der weltweit größte Hersteller, die japanische Toyota-Lexus Gruppe exportiert 1,94 Mio. Einheiten – das entspricht 19 % Anteil. Honda ist mit 1,56 Mio. Fahrzeugen auf dem chinesischen Markt dabei, dies entspricht 34 % des Absatzes.

Abb. 5: Pkw-Verkäufe internationaler Marken in China in Prozent zum Gesamtabsatz und in Millionen Einheiten absolut (Grafik: Friedrichkeit, Daten CAR)Abb. 5: Pkw-Verkäufe internationaler Marken in China in Prozent zum Gesamtabsatz und in Millionen Einheiten absolut (Grafik: Friedrichkeit, Daten CAR)

Die Schere öffnet sich weiter

Seit 2012 öffnet sich die Schere immer weiter (Abb. 6). Heute ist der gesamte europäische Markt mit EU27 + UK + EFTA nur noch knapp halb so groß wie der chinesische Markt. Während der chinesische Absatz auch im Corona-Krisenjahr 2021 um 7 % wuchs, musste Europa ein Minus von 1,4 % hinnehmen. Die Aussichten für 2022 sind eher noch düsterer. Auf dem deutschen Markt wurden vom Januar bis April 2022 nur 806 000 Neufahrzeuge abgesetzt. Die entspricht einem Rückgang von -9 % versus Vorjahr und -32 % zum Vor-Corona-Jahr 2019.

Abb. 6: Pkw-Verkäufe EU27 + UK + EFTA versus China in Mio. Einheiten 1980–2021 (Grafik: Friedrichkeit, Daten: VDA)Abb. 6: Pkw-Verkäufe EU27 + UK + EFTA versus China in Mio. Einheiten 1980–2021 (Grafik: Friedrichkeit, Daten: VDA)

Markteinbruch bei Chips ab 2023?

Folgt man den Ausführungen von Malcom Penn, CEO von Future Horizons auf der IFS2022, so wird sich das Chipproblem 2023 lösen. Er sieht eine Rezession mit fallender Nachfrage auf erweiterte Produktionskapazitäten treffen und damit eine Überkapazität ab 2023 entstehen, die zu einem Markteinbruch bis zu -23 % führen könnte.

Auf den Punkt gebracht

  1. Der Pkw-Weltmarkt stagniert derzeit bei knapp 70 Mio. Fahrzeugen auf dem Niveau von 2012. Zum Vergleich: das Spitzenjahr war 2017 mit 84 Mio. Pkw.
  2. China ist als Absatzmarkt nicht nur für die drei großen deutschen Automobilkonzerne mit 31 % bis 40 % Umsatzanteil lebenswichtig. Auch andere internationale Hersteller wie General Motors, Honda, Tesla oder Toyota generieren einen signifikanten Teil ihres Umsatzes und Ertrages hier.
  3. 2021 legte China weiter um 7 % auf 21.1 Mrd. € zu, während das Europa der 27 + UK + EFTA als Markt es nur noch 11,8 Mrd. € brachten.

Fazit: „Auf dem Weltmarkt wird nur erfolgreich sein, wer digital vernetzte Lösungen anbietet – und mehr noch als in der klassischen Elektrotechnik zählt dabei das Tempo“ meint Dr. Gunther Kegel, ZVEI Präsident. Oder um es mit den Amerikanern zu sagen: Be Fast or be Food (Sei schnell oder Du wirst gefressen).

Ich wünsche Ihnen einen erfolgreichen Abschluss des 1. Halbjahres

Es grüßt Sie herzlich
Ihr
Hans-Joachim Friedrichkeit

Kontakt

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Weitere Informationen

  • Ausgabe: 6
  • Jahr: 2022
  • Autoren: Hans-Joachim Friedrichkeit

Der Leuze Verlag ist die Quelle für fundierte Fachinformationen.
Geschrieben von Fachleuten für Fachleute. Fachzeitschriften und Fachbücher
rund um Galvano- und Oberflächentechnik sowie Aufbau- und Verbindungstechnik in der Elektronik –
seit 120 Jahren professionelle Informationen und Fachwissen aus erster Hand.

UNTERNEHMEN

ZAHLARTEN

Paypal Alternative2Invoice
MaestroMastercard Alternate
American ExpressVisa

Zahlarten z.T. in Vorbereitung.

KONTAKT

Eugen G. Leuze Verlag
GmbH & Co. KG
Karlstraße 4
88348 Bad Saulgau

Tel.: 07581 4801-0
Fax: 07581 4801-10

E-Mail: [email protected] oder
E-Mail: [email protected]