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Mittwoch, 11 Mai 2022 10:18

Problemstoffe finden mit dem REACh Radar Plus

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Geschätzte Lesezeit: 3 - 5 Minuten
Abb. 1: Die REACh-Radar Grundstruktur Abb. 1: Die REACh-Radar Grundstruktur

REACh Radar Plus ist eine kostenlose, einfach zu nutzende Hilfestellung zum Chemikalienmanagement besonders in kleinen und mittleren Unternehmen. Die Excel-Anwendung ermöglicht ein schnelles erstes Screening, ob Chemikalien auf Problemstofflisten stehen. Kürzlich ist eine Erweiterung erarbeitet worden, in der auch Stofflisten von Unternehmen und Verbänden hinterlegt sind (Restricted Substance Lists). Dies erleichtert die von vielen Kunden geforderte Konformitätsprüfung.

Problematische Stoffe

Chemikalien wie z. B. Chrom (VI)-Verbindungen, einige Weichmacher wie DEHP und das bromierte Flammschutzmittel HBCDD sind aufgrund ihrer problematischen Eigenschaften unter REACh zulassungspflichtig geworden. Hieraus ergeben sich umfangreiche Substitutionsaufgaben. Für produzierende Unternehmen ist es wichtig, rechtzeitig zu erkennen, welche der von ihnen eingesetzten Stoffe bereits solchen gesetzlichen Beschränkungen unterliegen oder wo solche Einschränkungen zu erwarten sind. Das ermöglicht eine frühzeitige Suche nach Ersatzstoffen oder Verfahrensänderungen.

Es gibt zahlreiche Listen, in denen solche problematischen Stoffe genannt werden. In REACh sind es insbesondere die Kandidatenliste, der Anhang der zulassungspflichtigen Stoffe (REACh Anhang XIV) und der Anhang der Stoffe, die einer Beschränkung unterliegen (REACh Anhang XVII).

Aber auch andere Listen sind interessant und wichtig:

  • So veröffentlicht die Europäische Chemikalienagentur regelmäßig ihren Arbeitsplan zur Stoffbewertung für die kommenden zwei Jahre: den sog. Community Rolling Action Plan. Er nennt die Chemikalien, die in naher Zukunft überprüft werden und bei denen dann auch die Möglichkeit, sich als Anwender in öffentliche Konsultationen zu den Stoffen einzubringen, besteht.
  • Umweltverbände haben eine eigene Liste problematischer Stoffe erstellt: die „Substitute it now“-Liste. Sie ist umfangreicher als die REACh-Kandidatenliste, aber ebenfalls wissenschaftlich begründet. Sie erlaubt in gewisser Weise einen Blick in die Zukunft. Bei den auf ihr genannten Stoffen ist zu erwarten, dass sie in Zukunft auch in die REACh-Kandidatenliste aufgenommen werden.
  • Viele Unternehmen fordern in ihren Verträgen, dass ihre Lieferanten auf bestimmte problematische Stoffe verzichten oder sie angeben. Diese Listen der nicht oder nur eingeschränkt nutzbaren Substanzen („Restricted substance list“, RSL) nehmen zwar oft Bezug auf offizielle Listen, z. B. die REACh-Kandidatenliste. Sie können aber auch unternehmensspezifisch noch viele andere Chemikalien umfassen. Einige branchenspezifische Listen werden verbandsweit eingesetzt (z. B. die GADSL- Liste der Automobilhersteller). Viele Listen sind aber nicht untereinander abgestimmt.

Die Zahl dieser Listen ist groß. Die Listen werden in unregelmäßigen Abständen aktualisiert. Daher ist es für Unternehmen mit einigem Aufwand verbunden, hier den Überblick zu bewahren. Für diese Aufgabe ist vor einigen Jahren das Instrument REACh Radar entwickelt worden, von dem es jetzt eine Erweiterung gibt.

Leichtes Screening

REACh Radar Plus ist eine einfach aufgebaute Excel- Anwendung. Sie hilft Unternehmen, schnell zu erkennen,

  • ob eingesetzte Stoffe bereits auf der REACh-Kandidatenliste oder auf anderen Problemstofflisten stehen und
  • bei welchen Stoffen einschränkende regulatorische Schritte zu erwarten sind.

Abbildung 1 zeigt die Grundstruktur von REACh Radar Plus. Im Kern besteht REACh Radar aus einem Tabellenblatt, in der die CAS-Nummern der vom Unternehmen verwendeten Stoffe einzugeben sind. Die CAS-Nummern werden dann automatisch mit Problemstofflisten verglichen, die in eigenen Registerblättern hinterlegt sind.

REACh Radar ist einfach anzuwenden. Es müssen lediglich die CAS-Nummern der Stoffe, die im Unternehmen eingesetzt werden, im Registerblatt „Eingabe“ in die Spalte D eingefügt werden. Dies kann z. B. unter Nutzung der vorhandenen Daten aus einem Gefahrstoffverzeichnis oder einer Materialstammdatei per Copy/Paste geschehen. Die Anzeige von gelisteten Stoffen erfolgt automatisch – falls nötig für mehrere tausend Stoffe in einem Schritt.

Erweiterungen in REACh Radar Plus

Abb. 2: REACh Radar Plus: Eingabeseite in der erweiterten Fassung REACh Radar ist in seiner ersten Fassung vom Unternehmen Hansgrohe in Schiltach entwickelt worden. In einem von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) geförderten Projekt ist es dann überarbeitet und vereinfacht worden. In einem zweiten Projekt, das 2021 abgeschlossen wurde, konnten Erweiterungen vorgenommen werden, die Unternehmen die Konformitätsprüfung erleichtern. Die Abbildung 2 zeigt, dass hier einige Listen dazu gekommen sind. Neu sind u.a.:

  • die Liste der weltweit verbotenen persistenten organischen Stoffe (POPs, Stockholm Konvention)
  • die Liste der Stoffe, die in der Explosivstoffverordnung genannt werden
  • die GADSL-Liste der Automobilverbände
  • die Liste der eingeschränkt nutzbaren Stoffe von Siemens Nixdorf
  • die Liste der als krebserzeugend, mutagen oder reproduktionstoxisch eingestuften Stoffe.

Neu ist auch das Registerblatt „Grouping“. Es benennt Gruppen problematischer Stoffe, z. B. problematische Phtha­late. Hintergrund hier für ist, dass oftmals ein gesetzlich geregelter Stoff (z. B. Bisphenol A) ersetzt wird durch einen strukturell sehr ähnlichen Stoff (z. B. Bisphenol S). Dieser Ersatzstoff ist noch nicht gesetzlich geregelt. Allerdings hat er in vielen Fällen ebenfalls problematische Eigenschaften. Daher ist davon auszugehen, dass er in einigen Jahren ebenfalls verboten oder beschränkt werden wird. Dann tritt erneut das Problem auf, nach einem Ersatzstoff zu suchen. Das Tabellenblatt „Grouping“ stellt strukturell verwandte Stoffe zusammen. Dadurch wird in dem Screening direkt angezeigt, wenn ein verwendeter oder als Ersatzstoff geplanter Stoff zu einer Gruppe problematischer Stoffe gehört und deshalb nach Möglichkeit nicht genommen werden sollte. Ebenfalls erweitert wurden die Möglichkeiten in REACh Radar, eigene Stofflisten zu hinterlegen. Hierfür stehen jetzt drei Registerblätter zur Verfügung, in die CAS-Nummern von Stoffen eingegeben werden können. Es findet dann ein automatischer Abgleich statt, ob Stoffe, die auf der Eingabeseite eingegeben wurden, auf diesen Listen genannt sind. Unternehmen können hier z. B. Restricted Substance Lists ihrer Kunden hinterlegen, die nicht in REACh Radar Plus berücksichtigt sind.

REACh Radar Plus gibt es in Deutsch und Englisch als kostenfreien Download unter www.oeko.de/reach-radar und www.oeko.de/reach-radar-en

Grafiken: Öko-Institut

Literatur

[1] Bunke, D.; REACh Radar: Systematische Identifizierung problematischer Stoffe. Jahrbuch Oberflächentechnik 2020, Eugen G. Leuze Verlag

https://sinlist.chemsec.org/

https://echa.europa.eu/candidate-list-table

https://echa.europa.eu/substances-restricted-under-reach

https://echa.europa.eu/list-of-substances-subject-to-pops-regulation

https://echa.europa.eu/information-on-chemicals/evaluation/community-rolling-action-plan/corap-table

https://echa.europa.eu/authorisation-list

https://echa.europa.eu/pact

Weitere Informationen

  • Ausgabe: 4
  • Jahr: 2022
  • Autoren: Dirk Bunke; Camilla Neles; Marvin Reusch; Mona Wacker

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