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Montag, 21 September 2020 07:52

Im Gegenteil! - Vorsätzliche Verrücktheiten

von Ernst Peter Fischer
Geschätzte Lesezeit: 1 - 2 Minuten

In den 1920er Jahren sind mindestens zwei revolutionäre Wissenschaften neu geschaffen worden, und beide haben mit vorsätzlichen Verrücktheiten zu tun. Gemeint ist zum einen die Physik der Atome, die heute als Quantenmechanik Triumphe feiern kann, weil ihre damaligen Vertreter Verrücktheiten als normal betrachteten und sich mit Hamlet trösteten, „Ist es Wahnsinn, so hat es doch Methode.“ Diese Physik dient hier als Einstieg, um auf das gleichzeitige Aufkommen der Wissenschaft vom Menschen eingehen zu können, der Anthropologie. Während die Atome im engen Europa von Männern verstanden wurden, waren es meist Amerikanerinnen, die in alle Welt ausschwärmten, um etwa wie Margaret Mead die „Kindheit und Jugend in Samoa“ zu beschreiben.

Mead war mit einem Mann verheiratet, liebte eine Frau und fühlte sich bei ihren polynesischen Ausflügen zu weiteren Männern hingezogen. Sie interessierte sicherlich persönlich, wie Mädchen auf Samoa in solchen Situationen reagieren, aber im Mittelpunkt ihres Denkens stand nicht die eigene Sexualität, sondern zwei merkwürdige Widersprüche, die zu der amerikanischen Gesellschaft gehörten, der sie entstammte. Zum einen beriefen sich die USA zwar auf die Ideen der (europäischen) Aufklärung, sie perfektionierten zugleich aber ein enormes System ethnischer Entrechtung und teilten die Völker in Rassen ein, denen sich die weißen Amerikaner überlegen fühlten und die sie folglich als Sklaven oder Bürger zweiter Klasse unterdrücken und ausbeuten konnten – wobei man sogar die Frauen geringer einstufen wollte, und zwar als Gender, wobei dieses Wort heute natürlich anders klingt als vor 100 Jahren. Zum zweiten hielten sich die Amerikaner für eine einzigartige – gottgefällige – Nation, während sie zugleich darauf bestanden, dass ihre Vorstellungen von einer guten Gesellschaft universelle Gültigkeit beanspruchen konnten. Sie sahen den Widerspruch nicht und waren schockiert, als Margaret Mead und ihre anthropologischen Kolleginnen und Kollegen erkennen ließen, dass es nicht die eine Kultur der Weißen, sondern viele Kulturen von Menschengemeinschaften gibt, die alle ihren besonderen Wert haben und die zusammen Humanität ausmachen. Der weiße Mann im Weißen Haus weiß das noch nicht. Vielleich ist er vorsätzlich verrückt.

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  • Ausgabe: 9
  • Jahr: 2020
  • Autoren: Ernst Peter Fischer

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